Derzeit beschäftigt Eichbaum knapp 290 Mitarbeiter. Künftig sollen es weniger als 200 sein. Konkrete Zahlen wollte das Unternehmen auf Anfrage nicht nennen, bestätigte jedoch entsprechende Berichte aus Mannheim. Die Kündigungen sollen in den kommenden Wochen ausgesprochen werden.

Co-Geschäftsführer Uwe Aichele erklärte gegenüber regionalen Medien, dass dieser Schritt unumgänglich sei, um die wirtschaftliche Grundlage des Unternehmens zu sichern. „Auch für uns ist das ein sehr schmerzhafter Schritt. Aber nur so erhalten wir uns eine Chance, den Rest der Brauerei zu retten“, zitierte ihn der Mannheimer Morgen.

Investoren fordern Anpassung an Produktionsvolumen

Hintergrund für den Streik sind politische Reformen. Das Abgeordnetenhaus berät derzeit über ein umfassendes Reformpaket, das zuvor bereits den Senat passiert hat. Teil der geplanten Neuausrichtung sind auch Änderungen im Arbeitsrecht, darunter flexiblere Arbeitszeitmodelle.

Die Gewerkschaften sehen in den Reformen Eingriffe in bestehende Schutzmechanismen, während die Regierung argumentiert, dass strukturelle Anpassungen notwendig seien, um Wettbewerbsfähigkeit und Investitionsklima zu verbessern.

Rückläufige Nachfrage und Liquiditätsprobleme

Hintergrund für die Insolvenz, waren sinkende Absätze – sowohl im Inland als auch im Exportgeschäft. Eichbaum liefert nach eigenen Angaben in mehr als 60 Länder. Zugleich plante das Unternehmen, sich von einer klassischen Brauerei zu einem breiter aufgestellten Getränkeanbieter zu entwickeln. Doch die Marktschwäche im Biersegment und die gestiegenen Kosten erschwerten diesen Transformationsprozess erheblich.

Markenverkauf brachte keine Wende

Vor kurzem wurde die Marke Karamalz samt Produktionsrechten an Veltins veräußert. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Beobachter gehen jedoch davon aus, dass der Erlös nicht ausreichte, um die finanzielle Situation nachhaltig zu stabilisieren.

Auch Arbeitnehmervertreter äußerten sich besorgt. Hakan Ulucay, Landesbezirksvorsitzender der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten, betonte, dass es eine tragfähige Lösung brauche, um den Brauereistandort in Mannheim zu erhalten.