Betroffen sind vor allem Bereiche wie Marketing, Controlling sowie technische Abteilungen. Dort sieht das Unternehmen nach internen Prüfungen Einsparpotenzial. Die Entscheidung sei Ergebnis mehrmonatiger Gespräche mit dem Betriebsrat gewesen, teilte Otto mit. Man habe sich die Maßnahme nicht leicht gemacht.

Ziel sei es, interne Abläufe zu vereinfachen und das Unternehmen wettbewerbsfähiger zu machen. Der Konzern plant, seine jährlichen Kosten bis zum Geschäftsjahr 2027/28 um rund 110 Millionen Euro zu reduzieren.

Kostendisziplin als Daueraufgabe

Stellenkürzugen sind ein zentraler Bestandteil des Sparkurses. Der Abbau soll bereits im März beginnen. Das Unternehmen betont, man wolle den Prozess „so fair, respektvoll, transparent und sozialverträglich wie möglich“ gestalten. Vorgesehen sind unter anderem Angebote zur Altersteilzeit, freiwillige Aufhebungsverträge sowie die Möglichkeit, in eine Transfergesellschaft zu wechseln. Diese übernimmt betroffene Mitarbeiter befristet und bietet Weiterqualifizierungen an.

Vom Katalogpionier zum Digitalhändler

Otto zählt zu den größten Onlinehändlern weltweit. Die Wurzeln reichen zurück ins Jahr 1949, als Werner Otto in Hamburg den Versandhandel gründete. Ein Jahr später erschien der erste Katalog. Im Dezember 2018 wurde das Kapitel Print endgültig geschlossen, als der letzte gedruckte Katalog erschien.

Der Konzern hat sich seither konsequent auf das Onlinegeschäft ausgerichtet. Doch der digitale Handel ist von intensivem Wettbewerb und raschen technologischen Veränderungen geprägt.

Branche im Umbruch

Der Fall Otto steht exemplarisch für eine breitere Entwicklung im Handel. Serviceorganisationen werden nicht mehr allein an Erreichbarkeit und Kundenfreundlichkeit gemessen, sondern zunehmend an Effizienz, Datenkompetenz und technologischer Integration. Interne Service Center ebenso wie externe Dienstleister geraten darum unter Druck, ihre Prozesse zu automatisieren.