Um die ehemalige Nummer Zwei des gecrashten Wirecard-Imperiums rankten sich seit vielen Jahren die wildesten Geheiomdienstd-Mythen. Dazu beigetragen hat der Wiener, der seit drei Jahren zu den meist gesuchten Verbrechern Europas zählt, vor allen Dingen selbst. Gerne rühmte sich der Top-Manager mit seinen hervorragenden Verbindungen in das Reich der Schlapphüte.

Tatsächlich mehren sich Meldungen und verdichten sich Hinweise, wonach Marsalek die vergangenen Jahre für russische Geheimdienste tätig war – der eXXpress berichtete. Nach einem jüngsten Bericht des renommierten “Wall Street Journal” soll Marsalek den russischen Militärgeheimdienst GRU und den Auslandsgeheimdienst SVR finanziell unterstützt haben. Dabei gehe es um Zahlungen an Agenten und Informanten der beiden Nachrichtendienste. Wirecard soll er dabei als eine Art Drehscheibe für die Zahlungen genutzt haben.

Marsalek soll jetzt von Dubai aus Wagner-Truppe aufbauen

Als russischer Spion soll der österreichische Ex-Manager zudem Daten und Informationen von ehemaligen Wirecard-Kunden an Moskau weitergegeben haben. Wie sensibel die Daten sein können, zeigt ein Blick in die Kundendatei von Wirecard: Der deutsche Bundesnachrichtendienst (BND) und das Bundeskriminalamt (BKA) nutzten Kreditkarten und Bankkonten des Unternehmens für ihre Agenten. Diese Erkenntnisse könnten dazu beigetragen haben, umfassende Informationen und Einsatzorte von deutschen Geheimagenten zu erlangen. Einige der Agenten sollen deswegen neue Identitäten bekommen haben, um ihre geheimen Operationen weiterhin unerkannt durchführen zu können.

Marsalek wird zudem verdächtigt, die gefürchtete Söldnertruppe Wagner von Jewgeni Prigoschin unterstützt zu haben. Nach dem Tod Prigoschins soll er mit der Neuaufstellung dieser Gruppe in Afrika beauftragt worden sein – von seinem vermuteten Wohnsitz in Dubai aus. Wagner verfügt über eine nicht erhebliche Zahl an Söldnern in der Zentralafrikanischen Republik, Mali und Libyen und hat Verbindungsleute in anderen Ländern wie dem Sudan und Mosambik.

Laut “Wall Street Journal” soll Marsalek in seiner aktiven Zeit bereits Gelder in Konfliktzonen im Nahen Osten und Afrika für russische Operationen geschleust haben.