Die Kritik an der neuen 789 Millionen Euro teuren Zwangsfinanzierung hagelt nur so auf den Gebührensender ein, dazu kam eine unfassbare Fake-News-Aktion des ORF-Senders Ö1 mit der Verbreitung des Klimawandel-Märchens, dass sich die Böden bei 40 Grad selbstentzünden würden – und jetzt belastet schon der nächste peinliche Fall das Image des ORF: Esther Mitterstieler (55), die aktuelle Direktorin des ORF-Landesstudios Tirol und Ex-Kurzzeit-Chefredakteurin von News, wird auf der Social-media-Plattform Twitter massiv kritisiert, sich zu unrecht als “Frau Doktor” ausgegeben zu haben.

Die Journalistin hätte ihr Studium in Bozen nämlich ohne Promotion abgeschlossen – die Übersetzung von dottore in Doktor ist eine in Südtirol seit Jahrzehnten weit verbreitete und auch in behördlichen Texten anzutreffende Gewohnheit, die unter dem Begriff “Brennerdoktor” an Österreichs Universitäten bekannt ist.

“Frau Magister (in Italien: “dott.ssa”) nennt sich ganz offiziell Frau Dr.”, kritisierte nun ein Twitter-User. Und ein weiterer Insider schreibt: “Nur weil es (laut Wikipedia) seit Jahrzehnten in Südtirol so praktiziert wird, heißt es nicht, dass es rechtens ist. Vor allem nicht im Ausland.”

Und: “Falls in den letzten drei Jahren aktiv in Österreich geführt, ist es Titelmissbrauch durch die Tiroler ORF-Landesdirektorin.”

Die ORF-Homepage vor und nach der Aufdeckung der Titel-Affäre

Titel-Downgrade nach Bekanntwerden der Kritik

Der Tiroler Blogger Markus Wilhelmer schreibt zum ORF-Fall: “Causa Mitterstieler, ORF-Landesdirektion Tirol – Straftatbestand Titelanmaßung: Die Frau Dottoressa nannte sich auch schon als Chefredakteurin beim Wirtschaftsblatt, als Chefredakteurin bei News und als Ressortleiterin Wirtschaft beim ORF Hörfunk gesetzeswidrig ,Dr. Mitterstieler’.”

Die neue Faktenlage zwang jedenfalls den Gebührensender zum Handeln: Auf der Homepage des Landesstudios Tirol wurde Esther Mitterstieler am Samstagvormittag von der “Frau Doktor” wieder zur “Dott.ssa”.

Der bekannte Plagiatsjäger Stefan Weber kommentierte: “Titel-Downgrade im ORF. So schnell kann es gehen. Hauptsache, Frau Mitterstieler hat über viele Jahre ihren Doktortitel widerrechtlich geführt. Erst nach Markus Wilhelms Aufdeckung wird der falsche Titel entfernt.” Und zur Nicht-Berichterstattung in den meisten Mainstream-Medien über diese Causa meinte Weber zynisch: ” Schwamm drüber! Petitesse!”

Für Mitterstieler kann die ganze Angelegenheit noch teuer werden: Laut dem Universitätsstudiengesetz könnte ihr bei einer Anzeige eine Geldstrafe von bis zu 15.000 Euro drohen. Im Umkehrschluss heißt das allerdings auch: Wer es sich leisten kann, könnte das Führen eines falschen Titels in Österreich durchaus riskieren – in Deutschland sind die Strafen viel härter, da droht sogar ein Gefängnisaufenthalt in der Dauer von einem Jahr.

Deutliche Kritik von Markus Wilhelmer, der einen spannenden Blog betreibt.