Im Zentrum Berlins sollen heute gleich zwei Bomben entschärft werden, die bei Bauarbeiten entdeckt wurden. Betroffen sind die Bezirke Mitte und Spandau – mit Sperrzonen, Evakuierungen und Unterbrechungen der öffentlichen Verkehrsmittel. Besonders eine Weltkriegsbombe in der Spree nahe der Fischerinsel sorgt für Aufregung.

Berlins Alltag kommt zum Erliegen

Die Polizei richtete in Mitte einen etwa 500 Meter großen Sperrkreis um den Fundort ein. Tausende Anwohner wurden aus ihren Wohnungen gebeten. In Spandau kommt gegen 8:00 Uhr die Entschärfung einer 100-Kilo-Bombe dazu; dort wurde bereits eine Notunterkunft für Menschen eingerichtet, die nicht bei Familie oder Freunden unterkommen können.

Betroffene Krankenhäuser und Pflegeheime bleiben zwar geöffnet, aber der Zugang ist beschränkt. Auch Schul- und Kindergarteneinrichtungen liegen teilweise im Sperrbereich.

Stillstand auf Schiene, Straße und Wasser

Der U-Bahnbetrieb, insbesondere die Linie 2, wurde unterbrochen. Der Schiffsverkehr auf der Spree ist ebenfalls gestoppt. Straßen mussten gesperrt werden, ebenso offizielle Gebäude wie Botschaften und Verwaltungsämter.

Unmittelbar betroffen sind auch Versorgungswege: Rettungsstellen sind schwerer erreichbar, Besucher dürfen Krankenhäuser nicht mehr betreten. Für Menschen, die nicht privat unterkommen können, ist eine Turnhalle als Notunterkunft eingerichtet worden.

Blindgänger als Erbe des Zweiten Weltkriegs

Die Blindgänger wurden bei Bauarbeiten an der Mühlendammschleuse und in Spandau entdeckt. Da zunächst keine unmittelbare Gefahr bestand, wurde mit der Entschärfung gewartet. Nun greifen die Spezialkräfte bei Tageslicht zu.

Solche Evakuierungen sind in Berlin keine Seltenheit: Bereits 2023 waren rund 15.000 Menschen aufgrund einer 500-Kilogramm-Bombe betroffen, 2021 wurde wegen einer Fliegerbombe evakuiert.

Schon vor zwei Jahren, im März 2023, war in Berlin-Zehlendorf eine Weltkriegsbombe entschärft worden.IMAGO/Funke Foto Services