Die große Gewinnerin des Abends war die Comedy-Serie The Studio (AppleTV+), die mit 13 Preisen einen neuen Rekord aufstellte. Auch die Krankenhaus-Serie The Pitt sorgte für Aufsehen, als sie überraschend in der Königskategorie „Beste Dramaserie“ triumphierte. Doch trotz Glanz und Glamour geriet die Gala in Los Angeles rasch in politische Schlagzeilen.

„Free Palestine!“ live im US-TV

Für den Eklat sorgte Schauspielerin Hannah Einbinder. Sie gewann für die Serie Hacks erstmals den Preis als beste Nebendarstellerin in einer Comedy. Am Ende ihrer Rede rief sie ins Mikrofon: „Go Birds! Fuck ICE! And Free Palestine!“ Während das Schimpfwort gegen die US-Einwanderungsbehörde ICE im US-Fernsehen ausgeblendet wurde, zeigten kanadische Sender und Social-Media-Clips den vollen Wortlaut. Damit stand plötzlich nicht mehr die Auszeichnung im Mittelpunkt, sondern eine offene Parteinahme für Palästina – mitten in einer Gala, die weltweit übertragen wurde.

Javier Bardem im Palästinenser-Keffiyeh

Besonders scharf äußerte sich Schauspielstar Javier Bardem auf dem roten Teppich der Emmys. Mit einer Palästinenser-Keffiyeh um den Hals erklärte er im Interview mit Variety: „Ich werde mit keiner Film- oder TV-Firma arbeiten, die den Genozid in Gaza rechtfertigt oder unterstützt. So einfach ist das. Das darf es in dieser Branche oder in irgendeiner Branche nicht geben.“ Sein Statement sorgte international für Schlagzeilen und unterstreicht die wachsende Politisierung der US-Preisgala.