„Wir haben gerade wieder einen Schwung von Anzeigen erhalten, die abgearbeitet werden müssen – und es werden laufend mehr“, sagt Staatsanwalt Kitz. Eine eigene Meldestelle wurde eingerichtet, um den Überblick zu behalten.

Die Anschuldigungen sind schwerwiegend: Pädagogische Fachkräfte sollen Kinder und Jugendliche zwischen 2008 und 2020 geschlagen, gequält und nackt fotografiert haben. Auch Vorwürfe wegen sexueller Übergriffe, schwerem sexuellen Missbrauch und Vergewaltigung stehen im Raum. „Hauptsächlich wird es um § 92 StGB gehen – das Quälen oder Vernachlässigen wehrloser Personen“, erklärt Kitz.

"Kein roter Faden" erkennbar

Die Anzeigen betreffen ein breites Spektrum von Personen – von Betreuern über SOS-Kinderdorf-Mütter bis hin zu anderen Kindern. Ein klares Muster lässt sich bislang nicht erkennen. „Man kann da gar keinen roten Faden erkennen. Es ist alles unterschiedlich“, so Kitz.

Parallel reagieren Behörden und Politik: Das Land Kärnten hat den Zuweisungsstopp für Moosburg vorerst aufgehoben, führt aber fünfmal unangekündigte Kontrollen durch. „Bei dem kleinsten Verdacht auf Missstände wird der Aufnahmestopp sofort wieder in Kraft treten“, heißt es.

Für Polizei und Staatsanwaltschaft ist das Verfahren eine enorme Herausforderung. Die juristische Aufarbeitung hat begonnen, ein Ende ist derzeit nicht absehbar. SOS-Kinderdorf betont, jede Meldung werde ernst genommen und unterstützt die Ermittlungen: „Aufarbeitung umfasst auch die strafrechtliche Klärung – Hinweise werden konsequent geprüft.“