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Bei einer Hausdurchsuchung entdeckte die Polizei im Keller einer Doppelhaushälfte die stark mumifizierte Leiche einer 103-Jährigen – und das Erschreckende: Ihre Tochter hat offenbar jahrelang ganz normal mit der verstorbenen Mutter weitergelebt.
Das Verschwinden der Seniorin war in einer niederbayerischen Gemeinde kaum aufgefallen. Erst der Bürgermeister wurde misstrauisch: „Zum 95. Geburtstag wollte ich gratulieren – dreimal klingelte ich vergeblich.“ Auch zum 100., 101. und später 103. Geburtstag meldete die Tochter immer wieder Krankheit oder angeblichen Tod im Ausland, berichtet die Bild. Erst als sie erklärte, ihre Mutter sei vor zwei Jahren in Tschechien gestorben, alarmierte Werner Troiber die Staatsanwaltschaft.
Todesursache bleibt ungeklärt
Nachbarn erinnern sich, die Frau seit fast einem Jahrzehnt nicht mehr gesehen zu haben. Eine Nachbarin kochte der Seniorin regelmäßig Essen, stellte es vor der Haustür ab – der handgeschriebene Dankesbrief der Tochter kam wöchentlich. Persönlicher Kontakt fand kaum statt.
Die Todesursache konnte bei der Obduktion nicht geklärt werden, Hinweise auf ein Gewaltverbrechen fehlen. Unklar ist auch, wie lange die Leiche tatsächlich im Keller lag. Auffällig: Die Rentenkarte wurde über zehn Jahre nicht genutzt, die Rente von rund 1.500 Euro monatlich wurde offenbar weiter bezogen. Die Ermittler prüfen nun, ob Betrug im Spiel war. Die Tochter befindet sich inzwischen freiwillig in einer Fachklinik, während die Ermittlungen der Kripo und Staatsanwaltschaft weiterlaufen.
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