Der junge Mann kündigte in einem handschriftlichen Brief einen Bombenanschlag „im Namen des IS“ an. Ermittler nahmen die Drohung ernst und landeten rasch beim bereits vorbestraften Absender. Vor Gericht gab er an, Streit mit seiner Freundin gehabt und unter Drogen gestanden zu sein. Am Ende fiel das Urteil deutlich härter aus als in manchem Verfahren gegen echte Terror-Fanatiker.

Drohbrief an die Ministerin

Im März schrieb der Wiener an Justizministerin Anna Sporrer: „Darin drohte er mit einem Bombenanschlag zusammen mit Tschetschenen im Namen des IS.“, so der Staatsanwalt. Die Ermittler ließen das Schreiben untersuchen und stießen auf den 24-Jährigen, der sich schuldig bekannte, wie die „Kronen Zeitung“ berichtet.

„Ein kleiner Spaß, haha“

Vor Gericht erklärte der Angeklagte: „Ich konnte gar nicht klar denken. Erst in der U-Haft habe ich realisiert, dass das ein Blödsinn war.“ Auf die Nachfrage des Anklägers meinte er: „Ich dachte, die würden es anschauen und wegschmeißen. Ein kleiner Spaß, haha.“

Strafe härter als bei manch echten Fanatikern

Der Schöffensenat verurteilte ihn wegen Landzwangs und Vortäuschung einer mit Strafe bedrohten Handlung zu 18 Monaten Haft. „Wir haben ein Riesen-Terrorproblem. Das ist kein Spaß“, sagte Richter Alfred Hebenstreit-Weinauer und begründete die unbedingte Strafe mit generalpräventiven Gründen.