Nach Bondi-Blutbad: Behörden schließen Gebetsraum mit Prediger-Verbindung
Ein nicht genehmigter Gebetsraum in Sydney muss sofort zusperren. Der Betreiber steht wegen radikaler Predigten in der Kritik – und geriet nach dem Bondi-Blutbad erneut ins Visier der Behörden.
Nach dem tödlichen Angriff am Bondi Beach verschärfen die australischen Behörden ihr Vorgehen gegen mutmaßliche radikale Strukturen. In Sydney ordnete der City of Canterbury-Bankstown Council die sofortige Schließung eines Gebetsraums im Stadtteil Bankstown an. Der Raum war ohne behördliche Genehmigung als Prayer Hall genutzt worden.
Laut Behörden wurde das Objekt an der Kitchener Parade nie für religiöse Zwecke zugelassen. Nach Beobachtungen vor Ort bestätigte sich der Verdacht, dass dort regelmäßig Gebete abgehalten wurden. Die Stadt erließ daraufhin einen „Cease Use“-Bescheid, der unverzüglich gilt. Bei Missachtung drohen Geldstrafen.
„Keine Kompromisse“: Nutzung als Gebetsraum nie genehmigt
Zusätzliche Brisanz erhält der Fall durch den Betreiber des Zentrums, den islamischen Prediger Wissam Haddad. Sein Umfeld geriet nach dem Bondi-Massaker ins öffentliche Interesse, nachdem bekannt wurde, dass der mutmaßliche Täter Naveed Akram das Zentrum besucht haben soll. Haddad weist jede Verantwortung zurück und betont, es gebe keinerlei persönliche oder organisatorische Verbindung.
Der Prediger war bereits zuvor in die Kritik geraten. Ein Gericht hatte ihn angewiesen, mehrere Predigten zu entfernen, die als rassistisch und antisemitisch eingestuft wurden. Darin hatte er Juden massiv verunglimpft und zu Feindseligkeit aufgerufen.
Auch politisch zieht der Fall Konsequenzen. Die Regierung von New South Wales kündigte ein härteres Vorgehen gegen Hassprediger an. Man werde alles tun, um Gewaltverherrlichung und Extremismus keinen Raum zu geben, hieß es.
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