Zwei Tote und bis zu 50 Verletzte nach Zug-Unglück in Tschechien
In Tschechien sind Mittwochfrüh zwei Personenzüge zusammengestoßen. Nach aktuellem Stand kamen drei Menschen ums Leben, Medien berichteten von bis zu 40 verletzten Personen. Der Unfall ereignete sich nach Angaben der Polizei bei Domazlice (Taus) im Südwesten des Landes nahe der Grenze zu Bayern. Dutzende Rettungskräfte waren an Ort und Stelle im Einsatz.
Bei den betroffenen Zügen handelt es sich um den Expresszug 351, der von Ceske Kubice auf dem Weg nach Prag war, und einen Personenzug zwischen Pilsen (Plzen) und Domazlice. Der Expresszug München-Prag zunächst ein Langsamfahrt- und dann ein Haltesignal missachtet, erläuterte Verkehrsminister Havlicek. Er sei dann auf der eingleisigen Strecke mit dem entgegenkommenden Triebwagenzug kollidiert, der auf dem Weg von Pilsen (Plzen) nach Domazlice an der deutschen Grenze war. Die offiziellen Ermittlungen zur Unfallursache dürften Monate in Anspruch nehmen. Auch ein technischer Defekt werde nicht ausgeschlossen, hieß es. Es wurden drei Rettungshubschrauber und weitere Krankenwagen angefordert.
Auf tschechischen Eisenbahnstrecken kommt es immer wieder zu Unfällen. Die Sicherheitstechnik gilt vielerorts als veraltet. Erst vor einem Jahr waren im Erzgebirge nahe der deutschen Grenze zwei Züge frontal zusammengestoßen. Dabei waren zwei Menschen gestorben. Die Regierung in Prag hatte daraufhin ein Modernisierungsprogramm für die Signaltechnik angekündigt. Das moderne europäische Zugsicherungssystem ETCS ist nach aktuellen Angaben erst auf rund 500 Kilometern des Streckennetzes installiert. Bis 2025 soll es zumindest auf allen Hauptkorridorstrecken vorhanden sein. (APA/red)
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