Für ihre Gedanken­experimente bemüht sie die analytische Philosophie. Sie thematisiert Dinge, die sonst lieber unter den Teppich gekehrt werden. Und sie knöpft sich in sechs Kapiteln ziemlich heikle Themen vor, in denen sich Feministinnen untereinander bekämpfen: falsche Vergewaltigungsvorwürfe, Pornografie, Affären an Universitäten, Sexarbeit. Alle Essays handeln von dem komplexen Verhältnis zwischen Sex, Rassismus, Klasse und Nationalität.

Jeder Einzelne hat eine Sexualideologie der „Fickbarkeit“ – eine Attraktivitätsskala, konstruiert vom Patriarchat.

Aber wer steckt hinter „Das Recht auf Sex“? Amia Srinivasan (37) wurde 1984 als Tochter indischer Eltern in Bahrain geboren und wuchs in Taiwan, New York, Singapur und London auf. Nach ihrem Abschluss an der US-Elite-Universität Yale entdeckte sie den Feminismus für sich, nachdem ihre eine Freundin Simone de Beauvoir empfohlen hatte. Seit 2020 hat sie als erste Frau und jüngste Lehrende die Chichele-Professur für Soziale und Politische Theorie in Oxford inne. Und was wünscht sich die Star-Autorin? Amia Srinivasan wünscht sich Veränderung – und fragt: „Was wäre zu tun, damit Sex wirklich frei ist?”