Affäre um Grazer NEOS-Chef weitet sich aus - Rücktritt gefordert
Der Vorfall rund um eine blockierte Straßenbahn in Graz zieht weiter politische Kreise. Nachdem der Grazer Neos-Chef Philipp Pointner in der vergangenen Woche durch einen Wutausbruch gegenüber einem Straßenbahnfahrer für Aufsehen gesorgt hatte, suchte er nun das persönliche Gespräch und entschuldigte sich. Die politische Debatte ist damit jedoch keineswegs beendet – insbesondere FPÖ und ÖVP erhöhen den Druck.
Wie bekannt wurde, hatte Pointner einer Straßenbahn beim Hilmteich die Weiterfahrt versperrt. Auslöser soll gewesen sein, dass die Bim vor ihm und weiteren Fahrgästen abzufahren drohte. In der Folge kam es zu lautstarken Gesten und Beschimpfungen gegenüber dem Fahrer. Der Vorfall sorgte rasch für Kritik sowie Rücktrittsforderungen.
Pointner traf Straßenbahnfahrer zum Gespräch
Am Mittwochnachmittag traf Pointner schließlich den betroffenen Straßenbahnfahrer zu einem klärenden Gespräch. Dabei entschuldigte sich der Neos-Politiker sowohl mündlich als auch schriftlich. „Ich hab‘ mich für mein lautstarkes Einschreiten für die Fahrgäste entschuldigt. Es war ein sehr nettes Gespräch, wir sind wieder von Grund auf fein miteinander“, sagte Pointner gegenüber der Krone.
Begleitet wurde das Treffen von Holding-Graz-Betriebsrat Manuel Lenartitisch. Dieser erklärte Pointner die sicherheitsrelevanten Hintergründe des Bremsverhaltens von Straßenbahnen, insbesondere bei rutschigen Bedingungen. Eine Bim könne auch bei niedriger Geschwindigkeit weiter rutschen, was für Fahrgäste gefährlich sei. Lenartitisch betonte jedoch: „Mit seiner Entschuldigung ist die Angelegenheit für uns aber abgetan.“
Kritik an Pointner von FPÖ und ÖVP
Politisch bleibt der Fall brisant. Die FPÖ fordert weiterhin den Rücktritt Pointners. FPÖ-Spitzenkandidat Rene Apfelknab erklärte, dessen Verhalten habe „das Ansehen des gesamten Gemeinderats beschädigt“. Auch die ÖVP meldet sich zu Wort und verlangt Transparenz. ÖVP-Geschäftsführer Markus Huber fordert die Veröffentlichung der Überwachungsvideos und verweist auf den Transparenzanspruch der Neos.
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