Die aktuelle Lehrlingsstatistik zeigt ein klares Bild: Von den rund 106.500 Jugendlichen in einer Lehrausbildung im Jahr 2024 besaßen 16,2 Prozent eine ausländische Staatsangehörigkeit. Damit ist inzwischen jeder sechste Lehrling kein österreichischer Staatsbürger. Besonders auffällig ist die Situation in bestimmten Branchen und Ausbildungsformen.

Hoher Anteil in Tourismus und Handel

Während im Schnitt 16,2 Prozent aller Lehrlinge eine andere Staatsangehörigkeit haben, liegt der Anteil in der überbetrieblichen Lehrausbildung bei satten 37 Prozent. Auch in klassischen Lehrberufen im Tourismus (22,5 Prozent) und im Handel (19,3 Prozent) ist der Anteil deutlich überdurchschnittlich. Die größten Herkunftsgruppen stammen aus Deutschland, der Türkei und Rumänien – Länder, die auch in der Gesamtstatistik der Zuwanderung eine wichtige Rolle spielen.

Jugendliche ohne Ausbildung: Migrationshintergrund als Risiko

Neben den Lehrlingen rückt auch eine andere Zahl ins Blickfeld: Neun Prozent der 15- bis 24-Jährigen in Österreich sind weder in Beschäftigung noch in Ausbildung – sie gelten als sogenannte „NEETs“. Doch der Unterschied zwischen Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund ist markant. Bei jungen Menschen mit Migrationshintergrund liegt der Anteil der NEETs bei 13 Prozent, während es bei Jugendlichen ohne Migrationshintergrund lediglich sieben Prozent sind. Am stärksten betroffen sind dabei Jugendliche der ersten Zuwanderergeneration – also jene, die selbst eingewandert sind. Hier beträgt der Anteil sogar 14 Prozent.

Diese Zahlen machen deutlich: Jugendliche mit ausländischer Staatsangehörigkeit tragen erheblich zum österreichischen Lehrlingssystem bei, vor allem in Branchen mit großem Arbeitskräftebedarf. Gleichzeitig haben allerdings junge Menschen mit Migrationshintergrund überdurchschnittlich oft weder einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz.