„Ich habe schon im Volontariat gemerkt, dass ich mit meiner politischen Meinung plötzlich Außenseiterin war. Ich war die Einzige, die gesagt hat: Ich bin Mitte-rechts“, erinnert sich Ruhs. Heute glaubt sie: „Für den NDR bin ich zu rechts.“

Vom Volontariat bis zur Kontroverse

Schon in ihrem Volontariat beim Bayerischen Rundfunk fühlte sich Ruhs mit ihrer politischen Haltung allein: „Ich war die Einzige, die gesagt hat: Ich bin Mitte-rechts.“ Sie betont aber, dass der Bayerische Rundfunk trotzdem hinter ihr stehe. Dort darf die Moderatorin ihre Sendung zwar weiterführen, der NDR hat sie jedoch als Moderatorin gefeuert.

„Für den NDR bin ich zu rechts“

Im Podcast „Table Today“ erklärt Ruhs: „Ich glaube, für den NDR bin ich zu rechts. Für den Bayerischen Rundfunk nicht, die stehen hinter mir.“ Der Sender selbst hatte „Klar“ als konservative Perspektive angekündigt – doch Ruhs’ Folgen über Migration, Corona-Spaltung und Bauernproteste lösten heftige Kritik aus. Mehr als 250 NDR-Mitarbeiter distanzierten sich in einem offenen Brief vom Format.

Forderung nach einem „Anti-Böhmermann“

Neben der Kritik an der internen Kultur geht Ruhs inhaltlich in die Offensive. Sie wirft dem NDR mangelnde Meinungsvielfalt vor und fordert: „Wir brauchen einen Anti-Böhmermann im ÖRR.“ Jan Böhmermann steht nämlich eher für linkslastige Formate im öffentlich-rechtlichen Rundfunk.

Konservative Positionen dürften nicht automatisch in die Nähe der AfD gerückt werden. „Es ist eine übliche Taktik, jemanden mundtot zu machen“, sagt Ruhs.

Journalist und Satiriker Jan Böhmermann.IMAGO/Panama Pictures

Politik reagiert

Auch aus der Politik kommen Reaktionen: Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther nannte das Vorgehen des NDR ein „extrem schlechtes Signal“. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder schrieb, die Entscheidung sei „kein gutes Signal für die Meinungsfreiheit“.