Skandalfall Kollross (SPÖ): Jetzt Rüge von Familienministerin Raab!
Die weiblichen SPÖ-Abgeordneten haben offenbar kein Problem damit, weiterhin mit Andreas Kollross (52) im SPÖ-Klub zu verkehren. Die Vergewaltigungsfantasien des SPÖ-Politikers lösten nur verhaltene parteiinterne Kritik aus. Ministerin Susanne Raab (ÖVP) ist überrascht und stellt klar: So jemand sollte zurücktreten.
Viele Frauen wollen sich vermutlich nicht mehr gemeinsam mit Andreas Kollross in einem Zimmer aufhalten. Einige werden das womöglich sogar für unzumutbar halten. Der SPÖ-Nationalratsabgeordnete und Bürgermeister von Trumau träumte auf Facebook tatsächlich vom Recht auf Vergewaltigungen für Bürgermeister.
Sein mittlerweile gelöschter Beitrag sorgt nach wie vor für Kopfschütteln und Entsetzen. Vergleichsweise ruhig geht es unterdessen in der SPÖ zu. Zwar kritisierte der Bundesparteivorsitzende Andreas Babler die Äußerung. Doch mit personellen Konsequenzen muss Kollross nach seiner Entschuldigung anscheinend nicht rechnen. Auch weibliche Parteikolleginnen halten sich mit Kritik oder gar Rücktrittsforderungen zurück.
Irritierend findet das Frauenministerin Susanne Raab – vor allem wenn man bedankt, wie die SPÖ auf verunglückte Wortmeldungen anderer Politiker reagiert hat – die allerdings nicht der SPÖ angehört haben…
Raab: Wer Gewalt an Frauen legitimiert, soll kein politisches Amt bekleiden
Auf X hält Raab fest: „Ich bin sehr verwundert, dass im Fall Kollross die Reaktionen der roten Parteifreunde so verhalten ausfallen. Während sonst vehement Rücktritte gefordert werden, gibt man sich bei den eigenen Mitgliedern bei solch ekelhaften Äußerungen mit fadenscheinigen Entschuldigungen zufrieden.“
Ich bin sehr verwundert, dass im Fall Kollross d. Reaktionen d. roten Parteifreunde so verhalten ausfallen. Während sonst vehement Rücktritte gefordert werden, gibt man sich bei d. eigenen Mitgliedern bei solch ekelhaften Äußerungen mit fadenscheinigen Entschuldigungen zufrieden.
— Susanne Raab (@susanneraab_at) December 30, 2023
Die Ministerin unterstreicht: „Durch seine öffentlichen Aussagen werden Opfer von sexueller Gewalt auf das Widerlichste verhöhnt und Frauen erniedrigt. Ich bleibe dabei: Wer Gewaltphantasien äußert, über Vergewaltigung scherzt und brutale Gewalt an Frauen und Mädchen dadurch legitimiert, sollte kein politisches Amt bekleiden und zurücktreten.“
Wer Gewaltphantasien äußert, über Vergewaltigung scherzt und brutale Gewalt an Frauen und Mädchen dadurch legitimiert, sollte kein politisches Amt bekleiden und zurücktreten.
— Susanne Raab (@susanneraab_at) December 30, 2023
Kollross ließ sich vom Bösewicht in „Braveheart“ inspirieren
Kollross hatte in einem Facebook-Posting wörtlich gemeint: „Kann man eigentlich mittels Gemeinderatsbeschluss so ein ‚Ius primae noctis‘ für den Bürgermeister beschließen lassen?“. Dabei bezog er sich auf den Film „Braveheart“ und den dortigen Bösewicht.
Ob das „Ius primär noctis“ (deutsch: das Recht der ersten Nacht) tatsächlich jemals bestanden hat, ist unter Historikern umstritten. Gemeint ist damit das Privileg eines Herrschers, die erste Nacht nach der Hochzeit mit der Braut eines Untertanen verbringen zu dürfen.
SPÖ-Politiker darf sich auf fettes Monatsgehalt im kommenden Jahr freuen
Bei Ausreißern in anderen Parteien reagierte die SPÖ wesentlich schärfer. Für die Betroffenen hatten solche Verfehlungen auch immer personelle Konsequenzen, wie der Rückblick zeigt.
Rücktritt-Standards, die bei ÖVP, Grünen & NEOS selbstverständlich sind 👇, und die die @SPOE_at regelmäßig von anderen einfordert, gelten für die SPÖ selbst offenbar nicht 🤷♂️
— Maverick 🇺🇦🇮🇱🇺🇸 (@FHMaverick) December 30, 2023
Nachwievor KEIN Rücktritt bzw. Klubausschluss von Abg. #Kollross nach einem sexistischen Tweet! pic.twitter.com/dOG4PTWPWu
Kollross begnügte sich damit, das Posting zu löschen und sich öffentlich zu entschuldigen. An Rücktritt denkt er nicht. Kein Wunder: Er darf sich ab 1. Jänner über eine satte Erhöhung seiner Bezüge freuen. Um 9,7 Prozent steigen der Politiker im neuen Jahr – vom Bundespräsidenten über die Regierungsmitglieder bis zu den Nationalratsabgeordneten. Dem stimmte auch Kollross zu. Anstelle der bisherigen 9873 Euro im Monat wird er künftig 10.830 Euro kassieren.
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