Es wird befürchtet, Trump könne sich zunehmend auf die Seite Erdoğans schlagen und damit die angespannte geostrategische Situation in der Ägäis maßgeblich beeinflussen. Im Zentrum steht dabei die Ankündigung Trumps, er wolle mit Erdoğan einen bedeutenden Deal zu F-16-Kampfjets schließen.

Zudem hatte der US-Präsident von einer Fortsetzung der Gespräche zu F-35-Kampfjets gesprochen, von denen man sich einen positiven Abschluss erwarte. “Präsident Erdoğan und ich hatten schon immer ein sehr gutes Verhältnis”, betonte Trump. Der türkische Präsident war bereits während dessen ersten Amtszeit im Weißen Haus empfangen worden. Athen moniert nun, dass es aktuell für die griechische Staatsspitze keine Einladung nach Washington gibt.

Mitsotakis will Erdoğan in New York treffen

Daher setzt Athen aktuell alles daran, am Dienstag anlässlich der Generaldebatte am UNO-Sitz in New York ein Treffen zwischen dem griechischen Ministerpräsidenten Kyriakos Mitsotakis und Präsident Erdoğan zustande zu bringen. Es gelte, die „Kommunikationskanäle“ mit Ankara offenzuhalten, ließ der konservative Regierungschef wissen.

Die Türkei und Griechenland streiten seit geraumer Zeit um Erdgas- und Kohlenwasserstoffvorkommen, die im östlichen Mittelmeer und in der Ägäis gefunden wurden, sowie um Seehoheitsrechte. Zudem beschuldigt Griechenland die Türkei, ihre militärische Präsenz in der selbst ernannten Türkischen Republik Nordzypern bedrohlich auszubauen.

Zypern ist seit 1974 nach einem griechischen Putsch und einer türkischen Militärintervention de facto zweigeteilt. Im Norden existiert die nur von der Türkei anerkannte Türkische Republik Nordzypern. Die international anerkannte Regierung der EU-Inselrepublik in Nikosia kontrolliert den Süden.