Übermüdung, Schmerzmittel und ein vergiftetes Klima. Der Alltag der Formel 1-Mechaniker ist beinhart! Gegenüber dem Motorsport-Magazin “motorsport-total.com” plauderte nun ein anonymes Teammitglied aus dem Nähkästchen: “Es lässt sich nicht verbergen, dass das Leben als Formel-1-Mechaniker hart ist. Das war schon immer so, und keiner von uns macht das, weil wir es uns leicht machen wollen.” Im kommenden Jahr würde man mit 23 Rennen die Grenze der Belastbarkeit erreichen.

Der Tagesablauf ist für die Mechaniker kräfteraubend: “Vom Mittwoch vor einem Rennen bis zum Sonntagabend arbeiten wir jeden Tag mindestens zwölf Stunden. Manchmal hast du keine halbe Stunde Zeit für das Mittagessen.” Auch die Anreise zu den Rennen ist alles andere als ein Honigschlecken. Laut dem Mechaniker werde man in der Economy Class eingepfercht. Dabei bekommt man wenig bis gar keinen Schlaf.

Dabei gibt es oft drei Rennen in drei Wochen, sogenannte “Tripleheader.”Du bist nicht nur mental ausgelaugt, sondern auch körperlich erschöpft. Mit fortschreitender Saison passieren eine ziemliche Menge Verletzungen. Die Teams haben zwar Ärzte und Physios, um auf dich aufzupassen, die einfachste Lösung ist aber, dich mit Schmerzmitteln vollzupumpen, damit du weitermachst,” meinte das Teammitglied. Wer keine Schmerzmitteln nimmt, greift zum Alkohol.

Teamchefs reagierten auf adaptierten Rennkalender

Die Reaktionen auf die erhöhte Belastung fiel bei den Teams unterschiedlich aus. So meinte Alpha-Tauri Chef Franz Tost: “Sie alle sollten froh sein, dass wir so viele Rennen wie möglich haben, und natürlich kümmern wir uns um die Leute, zum Beispiel haben die Mechaniker nach einem Rennwochenende drei, vier Tage frei, wo sie zu Hause bleiben können.” Wem es nicht gefällt, könne laut Trost ja gehen. Bei Aston Martin, dem Team von Sebastian Vettel hat man darauf bereits reagiert. So hat man organisatorische Änderungen vorgenommen. Dort werden mehr Aufgaben übernommen, die die Mechaniker traditionell an der Rennstrecke erledigt haben.

Außerdem habe die Sperrstunde geholfen und die Mechaniker haben nun auch Einzelzimmer. Trotzdem betont der Mechaniker, dass man besser in der Formel 2 oder Formel E aufgehoben wäre. Zwar würde man dort weniger Geld verdienen, doch man müsste nur halb so viele Rennen machen. Auch die Löhne stagnieren seit 20 Jahren. Eine Gehaltserhöhung steht derzeit nicht zur Diskussion.