Nun sorgt ausgerechnet das wichtige Fregattenprogramm F126 für Probleme: Der Rüstungskonzern Rheinmetall soll laut Medienberichten rund 14 Milliarden Euro verlangen, um das Projekt als neuer Generalunternehmer zu übernehmen.

Fregattenprojekt gerät erneut unter Druck

Das F126-Programm zählt zu den wichtigsten Beschaffungsvorhaben der deutschen Marine. Geplant sind insgesamt sechs moderne Mehrzweckfregatten, die langfristig zentrale Aufgaben im Bereich Verteidigung, Überwachung und NATO-Einsätze übernehmen sollen. Doch das Projekt kämpft seit Jahren mit Problemen.

Ursprünglich sollte die niederländische Werft Damen Naval als Generalunternehmer die Schiffe bauen. Allerdings kam es zu erheblichen Verzögerungen und Finanzierungsschwierigkeiten.

Nach Angaben aus Regierungskreisen prüft das Verteidigungsministerium deshalb inzwischen einen Wechsel des Hauptauftragnehmers.

Rheinmetall soll übernehmen – für deutlich mehr Geld

Laut einem Bericht der Financial Times könnte künftig die Werft NVL (Naval Vessels Luerssen) als neuer Generalunternehmer einspringen. Das Unternehmen wurde erst im März von Rheinmetall übernommen.

Der Konzern soll für die Übernahme des Projekts nun allerdings rund zwölf Milliarden Euro fordern. Zusammen mit bereits bereitgestellten zwei Milliarden Euro für den Programmstart würde das Gesamtvolumen damit auf etwa 14 Milliarden Euro steigen.

Offiziell bestätigt wurden die Zahlen bislang nicht. Das deutsche Verteidigungsministerium erklärte lediglich, dass derzeit intensive Gespräche mit mehreren Unternehmen liefen.

Erste Fregatte womöglich erst 2032

Zusätzlich zu den steigenden Kosten droht offenbar auch mit dem neuen Generalunternehmer eine deutliche zeitliche Verschiebung. Laut den Berichten enthält das Angebot von Rheinmetall eine Inflationsklausel sowie eine geplante Auslieferung des ersten Schiffes erst im Jahr 2032 – vier Jahre später als ursprünglich vorgesehen.

Gerade dieser Punkt gilt als besonders problematisch, da die Bundesregierung und die Marine angesichts der sicherheitspolitischen Lage eigentlich auf eine deutlich schnellere Modernisierung drängen.