Rund 122.300 Fahrzeuge lieferte Porsche von Jänner bis Juni 2026 an seine Kunden aus. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bedeutet das ein Minus von 16 Prozent. Vertriebsvorstand Matthias Becker betont zwar, dass die Zahlen noch im Rahmen der eigenen Erwartungen liegen – doch der Blick auf die einzelnen Märkte zeigt, wie stark der Gegenwind inzwischen geworden ist.

China-Geschäft bricht um ein Drittel ein

Besonders dramatisch ist die Lage in China, schreibt die Krone. Auf dem einst so wichtigen Wachstumsmarkt lieferte Porsche nur noch rund 14.500 Fahrzeuge aus – ein Einbruch um ein Drittel gegenüber dem ersten Halbjahr 2025. Doch auch anderswo läuft der Motor nicht rund. In den sogenannten Übersee- und Wachstumsmärkten, darunter Afrika, Lateinamerika, Australien, Südkorea und Japan, sanken die Verkäufe um fast ein Fünftel. In Europa betrug das Minus 14 Prozent.

Der 911er trotzt der Krise

Während fast die gesamte Modellpalette schwächelt, gibt ausgerechnet der legendäre Porsche 911 kräftig Gas. Mehr als 30.500 Exemplare des Sportwagen-Klassikers wurden im ersten Halbjahr verkauft – fast 20 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Damit ist der 911er der große Lichtblick in einer ansonsten ernüchternden Bilanz. Meistverkauftes Modell blieb zwar der SUV Cayenne mit mehr als 38.100 ausgelieferten Fahrzeugen, doch auch hier gingen die Verkäufe um neun Prozent zurück. Eine mögliche Ursache ist die Einführung der Elektroversion, deren Auslieferung an die ersten Kunden gerade angelaufen ist.

Tausende Jobs auf der Kippe

Die schwachen Verkaufszahlen treffen Porsche mitten in einem harten Sparkurs. Bis 2029 sollen in der Region Stuttgart bereits rund 1900 Stellen sozialverträglich wegfallen. Zudem sind die Verträge von etwa 2000 befristet Beschäftigten ausgelaufen. Drei Tochterfirmen sollen geschlossen werden, was weitere 500 Mitarbeiter betrifft. Und es könnte noch schlimmer kommen: Laut einem Bericht des Handelsblatts könnten zusätzlich bis zu 4000 weitere Jobs betroffen sein.

Wie es mit Porsche weitergeht, dürfte sich spätestens im Oktober zeigen. Dann will Konzernchef Michael Leiters beim Kapitalmarkttag seine neue Strategie für das Unternehmen und die Modellpalette präsentieren. Bis dahin bleibt ausgerechnet der Klassiker die große Hoffnung: Während Porsche insgesamt kräftig auf die Bremse tritt, gibt der 911er weiter Vollgas.