Der Auftrag steht im Zusammenhang mit dem Ausbau von Rail Baltica, einem der größten Bahnprojekte auf dem europäischen Kontinent. Die neue Hochleistungsstrecke soll künftig die baltischen Staaten enger mit dem europäischen Schienennetz verbinden und eine durchgehende Verbindung von Finnland bis nach Polen ermöglichen.

Wie die Voestalpine mitteilte, umfasst die Vereinbarung die Lieferung von bis zu 1.000 Weichensystemen für Hochgeschwindigkeits- und konventionelle Bahnstrecken zwischen Helsinki und Warschau. Das Gesamtvolumen des Rahmenvertrags beläuft sich auf rund 470 Millionen Euro.

Hochtechnologie für Geschwindigkeiten bis 300 km/h

Bei den bestellten Komponenten handelt es sich nicht um klassische Bahninfrastruktur. Die Weichen sind speziell für Hochgeschwindigkeitsstrecken konzipiert und für Zuggeschwindigkeiten von bis zu 300 Stundenkilometern ausgelegt.

Darüber hinaus verfügen die Systeme über umfangreiche digitale Überwachungstechnologien. Jede Weiche kann mit bis zu 40 Sensoren ausgestattet werden, die laufend Informationen über Verschleiß, Betriebszustand und Umwelteinflüsse erfassen. Die gewonnenen Daten werden in Echtzeit ausgewertet und sollen dazu beitragen, Wartungsarbeiten frühzeitig zu planen sowie die Verfügbarkeit der Strecke zu erhöhen.

Produktion im Baltikum geplant

Gefertigt werden die Anlagen an Standorten der Voestalpine in Lettland und Litauen. Die ersten Prototypen sollen nach aktuellem Zeitplan im Jahr 2027 ausgeliefert werden.

Großaufträge auch von DB und SBB

Der neue Großauftrag reiht sich in eine Serie bedeutender Vertragsabschlüsse ein. Erst im April hatte die Voestalpine umfangreiche Aufträge der Deutschen Bahn (DB) und der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) erhalten.

Geliefert werden sollen unter anderem Schienen, Weichensysteme, digitale Signaltechnik sowie moderne Überwachungslösungen für wichtige Infrastrukturprojekte in Deutschland und der Schweiz. Das Gesamtvolumen liegt bei rund 500 Millionen Euro.

Zu den deutschen Projekten an denen sich Voestalpine Railway Systems beteiligt, zählen unter anderem die Modernisierung des Frankfurter Hauptbahnhofs sowie mehrere stark belastete Fernverkehrskorridore.