Am Landesgericht wurde das Verfahren gegen das Zentrum für Tageseltern (TEZ) offiziell eröffnet. Trotz zuletzt erhöhter Fördermittel konnten die finanziellen Schwierigkeiten des gemeinnützigen Trägers nicht mehr aufgefangen werden.

Verbindlichkeiten in Höhe von rund 2,69 Millionen Euro stehen Vermögenswerten von etwa 2,35 Millionen Euro gegenüber. Rund 80 Gläubiger sind betroffen, darunter etwa 50 Gemeinden.

Besonders gravierend sind jedoch die sozialen Auswirkungen. Insgesamt 160 Mitarbeiter sehen sich mit einer ungewissen Zukunft konfrontiert. Gleichzeitig betrifft die Situation rund 547 Kinder, deren Betreuung nun neu organisiert werden muss.

Fortführung unklar – Übergangslösung im Fokus

Wie es weitergeht, ist derzeit offen. Laut Angaben des Alpenländischer Kreditorenverband wird eine dauerhafte Fortführung des Betriebs aktuell nicht angestrebt. Der eingesetzte Masseverwalter steht nun vor der Aufgabe, zu prüfen, ob zumindest eine befristete Weiterführung möglich ist, um den Übergang für betroffene Familien abzufedern.

Steigende Kosten als entscheidender Faktor

Die Ursachen für die finanzielle Schieflage liegen vor allem in einer strukturellen Kostenentwicklung. Der Verein finanzierte sich aus Elternbeiträgen sowie öffentlichen Zuschüssen. Doch zwischen 2023 und 2025 stiegen die Personalkosten deutlich an – insbesondere infolge kollektivvertraglicher Anpassungen.

Gleichzeitig blieben die Förderungen hinter dieser Entwicklung zurück. Die Folge waren anhaltende Verluste, die nur durch den Rückgriff auf bestehende Rücklagen ausgeglichen werden konnten. Als diese Reserven aufgebraucht waren, geriet das System ins Ungleichgewicht.

Interne Konflikte verschärfen die Lage

Ein zusätzlicher Belastungsfaktor entstand durch interne Maßnahmen zur Kostensenkung. Der Versuch, eine bestehende 20-Prozent-Zulage für Tageseltern zu reduzieren, führte zu Spannungen innerhalb der Belegschaft.

Während ein Großteil der rund 160 Beschäftigten dies akzeptierte, lehnten 27 Mitarbeiter diesen Schritt ab. In der Folge wurden deren Dienstverhältnisse beendet. Die daraus resultierenden Abfertigungen, Überstundenabgeltungen und Urlaubsersatzleistungen führten zu zusätzlichen finanziellen Belastungen in sechsstelliger Höhe.