Wie aus dem Verkehrsressort bekannt wurde, werden im Rahmen des Doppelbudgets 2027 und 2028 jährlich 30 Millionen Euro für Krisenmaßnahmen im Luftverkehr bereitgestellt. Ziel ist es, den heimischen Luftverkehrsstandort widerstandsfähiger gegen geopolitische Krisen und mögliche Versorgungsengpässe zu machen.
Straße von Hormuz als Risikofaktor
Besondere Aufmerksamkeit gilt derzeit der Straße von Hormuz, einer der wichtigsten Schifffahrtsrouten für den weltweiten Öl- und Treibstoffhandel. Experten der Europäischen Kommission analysieren gemeinsam mit nationalen Behörden verschiedene Krisenszenarien.
Demnach könnten die kommerziellen Kerosinlager in Europa bereits gegen Ende des Sommers auf ein kritisches Niveau sinken, sollte die Route über einen längeren Zeitraum beeinträchtigt bleiben. In einem besonders ungünstigen Szenario wären bis zum Jahresende sogar große Teile der strategischen Notreserven aufgebraucht.
Selbst bei einer raschen Entspannung der Lage rechnen Fachleute damit, dass auf Sicherheitsreserven zurückgegriffen werden müsste.
Hanke fordert zusätzliche Maßnahmen
Verkehrsminister Peter Hanke bezeichnete die Budgetmittel als notwendige Vorsorgemaßnahme.
„Gerade in Zeiten geopolitischer Unsicherheiten müssen wir Vorsorge treffen und die Resilienz unseres Luftverkehrs erhöhen“, erklärte Hanke. Die vorgesehenen Mittel seien ein erstes wichtiges Signal an die Branche.
Gleichzeitig fordert der Minister zusätzliche Unterstützung für den Wirtschaftsstandort. Auch andere Regierungsmitglieder müssten ihren Beitrag leisten, um die Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Luftfahrt langfristig abzusichern.
Maßnahmenpaket bis Herbst geplant
Wie die bereitgestellten Mittel konkret eingesetzt werden sollen, steht noch nicht fest. Bis Ende September will das Verkehrsministerium gemeinsam mit Fluggesellschaften, Flughäfen und Branchenvertretern ein Maßnahmenpaket ausarbeiten.
Dabei soll geprüft werden, welche Investitionen und Vorsorgeschritte im Krisenfall den größten Nutzen für Versorgungssicherheit, Mobilität und Wettbewerbsfähigkeit bringen.
Luftfahrtbranche bereits unter Druck
Die aktuellen geopolitischen Entwicklungen belasten die Airlines schon jetzt erheblich. Neben steigenden Treibstoffkosten wirken sich auch Flugroutenänderungen im Nahen Osten auf den Betrieb aus.
Hinzu kommt, dass europäischen Fluggesellschaften der russische Luftraum weiterhin weitgehend verschlossen bleibt. Besonders Verbindungen nach Asien werden dadurch länger, aufwendiger und teurer. Die wirtschaftlichen Folgen zeigen sich mittlerweile auch an österreichischen Flughäfen. Im April lag das Passagieraufkommen um 7,5 Prozent unter dem Wert des Vorjahres. Im Mai betrug der Rückgang noch fünf Prozent.
Vor allem kleinere Regionalflughäfen kämpfen weiterhin mit den Nachwirkungen der Corona-Pandemie und sehen sich nun zusätzlich mit steigenden Kosten und unsicheren Rahmenbedingungen konfrontiert.
Ob es tatsächlich zu einer Kerosinknappheit kommt, hängt maßgeblich von der weiteren Entwicklung im Nahen Osten ab. Die österreichische Regierung bereitet sich jedoch bereits auf mögliche Engpässe vor, um den Flugverkehr auch in Krisenzeiten aufrechterhalten zu können.

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