Vor allem im Silicon Valley und an der US-Ostküste boomt der Trend zu exklusiven Privatschulen wie der „Alpha School”, berichtet das „Wall Street Journal“. Dort verbringen die Kinder täglich nur etwa zwei Stunden mit einer KI-Lernsoftware, die den Unterricht individuell an ihre Leistungen und Konzentration anpasst. Den Rest des Tages stehen praxisnahe Projekte, Rhetorik, Verhandlungstechniken und Unternehmertum auf dem Programm. Statt Lehrer gibt es nur noch sogenannte „Guides” oder „Coaches”, die die Schüler begleiten.
Anschubfinanzierung für Unternehmensgründung danach
Die Nachfrage ist riesig. Immer mehr Schulen nach diesem Konzept entstehen in den USA. Die ebenfalls neu gegründete „Forge Prep” in New Jersey erhielt für gerade einmal 34 Plätze rund 600 Bewerbungen. Besonders spektakulär: Wer nach der Schule ein eigenes Unternehmen gründet, soll sogar eine Anschubfinanzierung von 200.000 Dollar erhalten, schreibt der Standard.
Tech-Branche ausschlaggebend
Hinter dem Trend stehen vor allem wohlhabende Unternehmer und Investoren aus der Tech-Branche. Sie sind überzeugt, dass Künstliche Intelligenz künftig Routineaufgaben übernimmt und Kinder deshalb weniger auswendig lernen, sondern vor allem kreativ denken, Probleme lösen und unternehmerisch handeln müssen.
Kritiker: „2-Klassen-Bildung“
Doch das Modell ist höchst umstritten. Bildungsexperten warnen davor, dass es kaum wissenschaftliche Belege für den Erfolg der KI-Schulen gibt. Außerdem könnten sich die enormen Schulgebühren nur Superreiche leisten. Kritiker sprechen deshalb von einer neuen Zwei-Klassen-Bildung und befürchten, dass ausgebildete Lehrer zunehmend durch Computerprogramme verdrängt werden.
Österreich tut auch etwas
Auch Österreich will bekanntlich das Bildungssystem modernisieren – allerdings deutlich behutsamer. „So viel in der Gesellschaft hat sich geändert“, betonte Bildungsminister Christoph Wiederkehr (NEOS) kürzlich. Künftig sollen Medienkompetenz, Informatik, Finanzbildung und der Umgang mit Künstlicher Intelligenz stärker in den Unterricht einfließen. Bis dahin wird aber weiter darüber gestritten, welche klassischen Schulfächer dafür Platz machen müssen. Und jetzt sind ohnehin erst einmal Sommerferien.

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