Eine aktuelle Analyse des Landesrechnungshof Steiermark zeichnet ein klares Bild: Die Kombination aus wachsenden Fixkosten, steigender Verschuldung und zunehmenden Finanzierungskosten entwickelt sich zu einer ernsthaften Herausforderung für die öffentlichen Finanzen.

Die Prognosen sind deutlich: Sollte sich die aktuelle Entwicklung fortsetzen, wird sich die Verschuldung des Landes bis 2029 voraussichtlich mehr als verdoppeln. Die Marke von über zehn Milliarden Euro rückt damit in greifbare Nähe.

8.000 Euro pro Kopf – die Belastung wächst

Umgerechnet auf die Bevölkerung ergibt sich ein bemerkenswerter Wert: Gegen Ende des Jahrzehnts werden die rechnerische Verschuldung pro Einwohner wohl bei rund 8.000 Euro liegen.

Parallel dazu steigt auch die Belastung durch Zinsen deutlich an. Während im Jahr 2022 noch 81 Millionen Euro für Zinszahlungen aufgewendet wurden, wird für das laufende Jahr bereits mit rund 147 Millionen Euro gerechnet. Damit wächst ein Kostenblock, der keinen direkten Mehrwert schafft, aber den finanziellen Spielraum weiter einengt.

Dauerdefizite belasten den Haushalt

Ein wesentlicher Treiber dieser Dynamik sind stark steigende Ausgaben – insbesondere im Personalbereich sowie im Gesundheitswesen. Allein die Gehälter für Landesbedienstete sollen bis 2026 auf über drei Milliarden Euro ansteigen.

Bereits 2024 lag das Nettoergebnis bei minus 718 Millionen Euro. Für 2025 wird ein Defizit von 908 Millionen Euro erwartet, für 2026 rund 808 Millionen Euro.

Kosten steigen schneller als Einnahmen

Besonders deutlich wird die Schieflage, wenn man Einnahmen und Ausgaben gegenüberstellt. Die wichtigsten Einnahmequellen des Landes, die sogenannten Ertragsanteile, sind zwischen 2016 und 2024 um 31 % gestiegen – von rund 2,35 Milliarden auf etwa 3,08 Milliarden Euro.

Dem gegenüber stehen jedoch deutlich stärkere Zuwächse bei den Personalkosten. Diese erhöhten sich im selben Zeitraum um 47 % – von rund 1,9 Milliarden auf 2,79 Milliarden Euro. Die Ausgaben wuchsen damit deutlich schneller als die Einnahmen.