Der Eurovision Song Contest wurde für den ORF heuer zur gigantischen Werbemaschine. Allein am Finalabend wurde die Live-Show sieben Mal unterbrochen, um Werbeblöcke einzuschieben. Bereits bei den beiden Halbfinali hatte der Sender jeweils vier Unterbrechungen eingeplant – sehr zum Ärger vieler Zuschauer.

Denn eigentlich darf der ORF laut Gesetz laufende Sendungen nicht einfach für Werbung zerschneiden. Der Sender nutzt jedoch eine juristische Grauzone: Das ESC-Finale wurde offiziell in mehrere einzelne „Sendungen“ geteilt. Aus einer großen Show wurden plötzlich sieben Formate – von „Songs 1–7“ bis zur „Aftershow“. Damit konnten zwischen den Abschnitten legal Werbeblöcke platziert werden.

„Der ORF hat doch glatt zu Beginn eine Hommage an Udo Jürgens abgewürgt und Werbung eingeblendet“, zeigt sich etwa eine Facebook-Userin verärgert. „Ein Witz“, kommentiert ein anderer.

Bis zu 2000 Euro pro Werbesekunde

Für den ORF zahlte sich dieser Trick offenbar massiv aus. Laut Informationen aus Senderkreisen brachte allein die Werbung rund um die Halbfinali und das Finale mehr als drei Millionen Euro ein. Am Finalabend kostete eine einzige Werbesekunde bis zu 2.000 Euro. Zusammen mit Sponsoring-Deals der zehn nationalen Partner soll der ESC sogar mehr als neun Millionen Euro eingespielt haben.

Trotzdem bleibt unterm Strich ein Minus: Die Gesamtkosten des Song Contests liegen bei rund 16 Millionen Euro. Damit fehlen dem ORF am Ende etwa sieben Millionen Euro – finanziert auch durch die Zwangsgebühr des Senders.