Österreichs Autobahnen gehören zu den bestgewarteten in ganz Europa. Um das aufrechtzuerhalten, investiert die ASFINAG in den kommenden Jahren Milliarden in die Sanierung und den Ausbau. Im Gespräch mit exxpress-Herausgeberin Eva Schütz gibt ASFINAG-Vorstandschef Hartwig Hufnagl einen exklusiven Überblick über die wichtigsten Projekte.
Tirol: Luegbrücke wird erneuert
Auf der Brennerautobahn läuft bereits eine der größten Erneuerungsmaßnahmen im Streckennetz: Die Luegbrücke – mit 1.800 Metern die längste Brücke auf der Strecke – wird vollständig neu gebaut. „Wir sind wirklich bis zum Ende des Lebenszyklus gekommen”, erklärt Hufnagl. Der Zeitplan steht: 2027 soll die erste Fahrbahn wieder in beide Richtungen befahrbar sein. Ein Vorzeigeprojekt für vorausschauendes Infrastrukturmanagement.
A10: Investitionsoffensive auf der Tauernautobahn
Auch auf der A10 wird groß investiert: Die Sanierung des Katschberg- und Tauerntunnels ist das größte Einzelinvestitionsprojekt der ASFINAG im laufenden Jahr. Dass Österreich damit im europäischen Vergleich sehr gut dasteht, belegen die Zahlen: Aktuell sind lediglich 0,94 Prozent der Straßenoberflächen, Brücken und Tunnelanlagen unter dem gewünschten Standard – und auch diese befinden sich bereits in Sanierung. „Wir müssen immer darauf achten, dass wir diesen regelmäßigen Investitionszyklus beibehalten, um diese Qualität auch nachhaltig auf diesem hohen Level zu halten”, betont Hufnagl.
Wien: S1-Nordumfahrung bringt massive Entlastung
Das vielleicht wichtigste Ausbauprojekt betrifft die Ostregion: Die S1-Nordumfahrung – bekannt als Lobautunnel – soll den letzten Lückenschluss im 180 Kilometer langen Außenring rund um Wien bringen. Der erste Abschnitt ist bereits im Bau, Verkehrsfreigabe 2032. Hufnagl rechnet mit einem Entlastungseffekt von bis zu 40 Prozent auf der Südostangente, dem meistbefahrenen Autobahnabschnitt Österreichs mit rund 200.000 Fahrzeugen täglich. „Jene LKWs können aus dem Stadtgebiet von Wien nach außen gedrängt werden”, so der ASFINAG-Chef. Auch wirtschaftlich rechnet sich das Projekt: „Wir generieren bis zu 4 Milliarden durch den Bau und durch die Inbetriebnahme der Außenringschnellstraße.”
Milliarden für Qualität – ohne Steuergeld
Insgesamt investiert die ASFINAG in den nächsten sechs Jahren 12,5 Milliarden Euro – 62 Prozent davon in Erhaltung und Sanierung, 38 Prozent in Neubauprojekte. Finanziert wird das ausschließlich über Mauteinnahmen, kein Cent aus dem Staatsbudget. „Kein einziger Cent vom Steuerzahler oder der Steuerzahlerin fließt in die ASFINAG”, stellt Hufnagl klar. Sein Fazit zu den kommenden Baustellen: „Baustellen vergehen, Fortschritt bleibt.”

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