Wie aus einer aktuellen Vorschau der IEF-Service GmbH hervorgeht, dürfte das Guthaben des Fonds von rund 385 Millionen Euro zu Jahresbeginn auf einen deutlich niedrigeren zweistelligen Millionenbetrag bis Ende 2026 zusammenschmelzen. Bereits im Dezember 2025 hatte Geschäftsführer Wolfgang Pfabigan gegenüber der APA vorgerechnet, dass der Fonds 2024 einen Abgang von 160 Millionen Euro verzeichnete und für heuer mit einem Minus von rund 180 Millionen Euro rechne – spätestens 2027 müsse daher der Beitragssatz angehoben werden, sollten die Leistungen nicht gekürzt werden.
Ursache: Beitragssenkung aus dem Jahr 2022
Der IEF wird über den sogenannten IESG-Zuschlag finanziert, eine Arbeitgeberabgabe auf Basis der Lohnsumme. Anfang 2022 hatte der damalige Arbeitsminister Martin Kocher (ÖVP) diesen Zuschlag per Verordnung von 0,2 auf 0,1 Prozent halbiert. Angesichts der seither anhaltenden Pleitewelle – zuletzt etwa mit den Großinsolvenzen von KTM und Kika/Leiner – reichen die laufenden Einnahmen nun nicht mehr aus, um die Ausgaben zu decken.
Dass diese Entwicklung absehbar war, zeigte sich bereits im Februar: Im Sozialausschuss des Nationalrats erklärte Arbeits- und Sozialministerin Korinna Schumann (SPÖ) laut einer Aussendung des Parlaments, dass die dem Fonds zur Verfügung stehenden Mittel 2027 voraussichtlich nicht mehr ausreichen würden. Sollte sich die negative Vorschau bestätigen, sei sie gesetzlich verpflichtet, den Beitrag per Verordnung zu erhöhen.
Schumann sieht sich zum Handeln gezwungen
Nun bekräftigte die Ministerin ihre Position gegenüber mehreren Medien. Der IEF sei ein bewährtes Sicherheitsnetz für Arbeitnehmer, das gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten seinen Wert beweise, so Schumann. Sie kündigte an, nicht tatenlos zusehen zu wollen, sollte dieses Netz Risse bekommen.
Zwei Optionen stehen ihr laut übereinstimmenden Berichten offen: Der Fonds könnte die Finanzierungslücke über zusätzliche Kreditaufnahme decken, oder Schumann erhöht – wie zuvor Kocher – den IESG-Zuschlag per Verordnung. Eine Anhebung von 0,1 auf 0,2 Prozent würde die benötigten Mehreinnahmen einbringen; ein darüber hinausgehender Bedarf ließe sich weiterhin über Kredite abdecken.
Was das für Arbeitnehmer bedeutet
Für Beschäftigte hätte eine Erhöhung des Zuschlags Auswirkungen auf die Lohnnebenkosten insgesamt. Diese sollen laut Regierungsplänen von ÖVP und Neos ab 2028 zwar um rund zwei Milliarden Euro sinken – zuvor dürfte der IESG-Zuschlag 2027 jedoch erst einmal steigen. Die jährlichen Kosten pro Arbeitnehmer liegen derzeit bei durchschnittlich rund 54 Euro und könnten sich damit auf etwa 108 Euro verdoppeln.

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