Erste vollständige Durchfahrt des Tunnels gelungen

Knapp 15 Jahre nach dem offiziellen Baustart konnte erstmals die gesamte Strecke des Semmering-Basistunnels von Gloggnitz bis Mürzzuschlag durchgehend befahren werden.

An der symbolischen Fahrt nahm unter anderem Peter Hanke, ÖBB-Generaldirektor Andreas Matthä teil. Die Fahrt erfolgte zwar noch mit Kleinbussen, dennoch gilt sie als bedeutender Meilenstein für eines der ambitioniertesten Bahnprojekte Europas.

Milliardenprojekt geht in finale Bauphase

Die eigentliche Tunnelröhre mit einer Länge von 27,3 Kilometern ist inzwischen vollständig ausgebrochen. Nun beginnt der technisch hochkomplexe Innenausbau.

Den ÖBB zufolge, wird der Tunnel derzeit mit Spritzbeton ausgekleidet. Anschließend folgen Stromversorgung, Lüftungssysteme, Beleuchtung, Sicherheitstechnik sowie der Einbau von Schienen und Oberleitungen. Auch die digitale Steuerungs- und Sicherheitssoftware muss noch vollständig integriert werden.

Ab 2029 sollen Züge mit bis zu 230 km/h fahren

Die Eröffnung des Semmering-Basistunnels ist derzeit für Dezember 2029 vorgesehen. Dann sollen erstmals Züge mit Geschwindigkeiten von bis zu 230 Kilometern pro Stunde durch die neue Verbindung fahren.

Die Fahrzeit zwischen Wien und Graz soll dadurch auf rund eine Stunde und 50 Minuten sinken. Damit würde sich die Südstrecke massiv verändern und Österreichs Bahnnetz deutlich schneller und leistungsfähiger werden.

Jahrzehntelanger Streit um das Projekt

Der Semmering-Basistunnel zählt zu den am längsten diskutierten Infrastrukturprojekten Österreichs.

Bereits Mitte der 1980er Jahre begannen politische Debatten über Sinn, Kosten und Auswirkungen des Projekts. Über Jahrzehnte hinweg gab es heftige Auseinandersetzungen zwischen Befürwortern und Gegnern. Erst 2012 erfolgte schließlich der offizielle Baustart. Heute belaufen sich die Gesamtkosten des Projekts auf rund 4,2 Milliarden Euro.