Die Gütertochter Rail Cargo Group (RCG) soll in diesem Jahr eine Trendwende ins Positive schaffen. Ein positives Ergebnis wird erst für das Jahr 2027 prognostiziert – sofern die Konjunktur mitspielt.

„Je schneller, desto besser”, sagte ÖBB-Chef Andreas Matthä am Freitag bei der Bilanzpressekonferenz in Wien zu den Zeitpunkten, zu denen die verschiedenen neuen Züge erwartet werden. Er sprach von einer der höchsten Zahlen an neuen Zügen in einem Jahr überhaupt. Darunter befinden sich 45 Cityjet-Doppelstockzüge, die den Nahverkehr in und rund um die Bundeshauptstadt verbessern und für einen stabileren Fahrplan auf Zubringerstrecken in den großen Ballungsraum sorgen sollen.

Das soll dann so richtig gelingen, wenn die Stammstrecke fertig saniert ist. Bis dahin heißt es jedoch noch geduldig zu sein. Die Sanierung ist essenziell für die Zukunft, betonen die ÖBB immer wieder. Die damit einhergehende Sperre wird die Zahl der Nahverkehrsreisenden vorübergehend stark reduzieren. Auch drei neue Nightjets sind angekündigt. Das bestehende Netz soll erhalten bleiben, nachdem zuletzt etwa die Verbindung nach Paris weggefallen war.

Iran-Krieg, Spritpreise: Etwas mehr Fahrgast-Zulauf im März

Matthä zufolge haben die infolge des Iran-Krieges gestiegenen Spritpreise für etwas mehr Zulauf gesorgt. Das gelte vor allem für den März. Im April habe die entsprechende Wahrnehmung wieder etwas abgenommen.

Bei der Rail Cargo haben die ÖBB unterdessen „alle Hände voll zu tun, um bei der Trendumkehr Kurs zu halten”, so Matthä. In diesem Jahr kommt es zu Netzwerkanpassungen, die laut dem Manager aber auch eine Ausweitung, also neue Strecken, mit sich bringen.

Gerhard Tauchner, Vorsitzender des Fachbereichs Eisenbahn in der Gewerkschaft vida und Vorsitzender der Sektion Schiene in der Europäischen Transportarbeiter-Föderation (ETF) in Brüssel, richtete mit Blick auf die enttäuschenden Ergebnisse im Schienengüterverkehr einen klaren Appell an die Verantwortlichen. „Die aktuellen Entwicklungen in Österreich und in Europa gefährden die Arbeitsplätze genau jener Leistungsträger:innen, die unser Bahnsystem vorantreiben”, so der Gewerkschafter in einer Aussendung.