Geplant war 2019 ein völlig neuer Stadtteil in Korneuburg – direkt an der Donau: Wohnungen, Hotels, Gastronomie, Freizeit- und Kulturangebote auf einem riesigen 15-Hektar-Areal der ehemaligen Werft Korneuburg. Rund 1.500 Menschen sollten dort künftig leben. Das Investitionsvolumen: gewaltige 500 Millionen Euro.

Fallbeil rauschte letztes Jahr herab

Doch nach dem Zusammenbruch des Benko-Imperiums platzte auch dieser Traum. Bereits im Frühjahr 2025 wurde das Projekt offiziell beerdigt. UVP-Unterlagen wurden zurückgezogen, die Stadt verhängte eine Bausperre – schließlich stellte die finanzierende Bank den Kredit fällig. Jetzt folgte die Insolvenz.

Gemeinde lehnte Bildungscampus ab

Besonders bitter: Das einstige Vorzeigeprojekt wurde über Jahre als Zukunftsvision für Korneuburg verkauft. Nach dem Crash der Gesellschaft meldete sich im Vorjahr noch die Londoner NGO – die International Communities Organisation (ICO) – mit Interesse, einen Bildungscampus zu errichten. Der Gemeinderat erteilte dem aber eine Absage: „Zu wenig Mehrwert.“

Neues Konzept

Übrig bleiben nun Millionenschulden und eine riesige Brache. Immerhin: Ganz aufgegeben wird das Werft-Areal noch nicht. Bürgermeister Christian Gepp (ÖVP) will das Gelände weiterentwickeln – allerdings deutlich kleiner und „stadtverträglicher“. Statt eines komplett neuen Stadtteils soll künftig eine Mischung aus Wohnen, Kultur, Freizeit und Arbeiten entstehen. „Es besteht kein Zeit- sondern ein Qualitätsdruck“, sagt der Stadtchef. Die Grundstücke sollen nun im Konkursverfahren verkauft werden.