Doch während Berlin zum Erhalt der Standorte aufruft, stehen bei Volkswagen laut Medienberichten bereits mehrere Werke auf der Streichliste. Beobachter bezweifeln deshalb, dass politische Appelle den Strukturwandel noch aufhalten können.
Berlin spricht sich gegen Werksschließungen aus
Die Deutsche Bundesregierung hat sich klar gegen mögliche Standortschließungen in der deutschen Automobilindustrie positioniert. Regierungssprecher Stefan Kornelius erklärte in Berlin, das Ziel der Bundesregierung sei es, die Schließung von Werken in Deutschland zu verhindern. Reuters hatte zuerst darüber berichtet.
Zwar wolle sich die Regierung nicht zu einzelnen Medienberichten oder Spekulationen über Volkswagen äußern. Unabhängig davon gelte jedoch grundsätzlich, dass Produktionsstandorte und Arbeitsplätze möglichst erhalten werden sollten.
Kornelius appellierte zugleich an Unternehmen und Arbeitnehmervertreter, ihrer gemeinsamen Verantwortung in der aktuellen Situation gerecht zu werden. Letztlich seien Entscheidungen über Standorte jedoch betriebswirtschaftliche Fragen, die von den jeweiligen Unternehmen getroffen würden.
Vier VW-Werke gelten als gefährdet
Hintergrund der Äußerungen sind u.a. Berichte über weitreichende Sparpläne bei Volkswagen. Demnach sollen die Werke in Hannover, Zwickau und Emden sowie das Audi-Werk in Neckarsulm vor dem Aus stehen.
Nach Informationen aus Unternehmenskreisen prüft das Management offenbar, an diesen Standorten nach Auslaufen der derzeitigen Modellgenerationen keine Nachfolgeproduktionen mehr anzusiedeln. Künftige Fahrzeugmodelle könnten stattdessen an kostengünstigeren Produktionsstandorten gefertigt werden.
Von den vier betroffenen Werken hängen derzeit mehr als 40.000 Arbeitsplätze ab. Zusammen verfügen sie über eine jährliche Produktionskapazität von rund 750.000 Fahrzeugen.
Branche steht unter enormem Anpassungsdruck
Die Bundesregierung verweist auf die schwierigen Rahmenbedingungen, mit denen die deutsche Automobilindustrie derzeit konfrontiert ist. Der Wandel hin zur Elektromobilität, der verschärfte internationale Wettbewerb sowie steigender Kostendruck stellten die Hersteller vor enorme Herausforderungen.
Nach Angaben von Regierungssprecher Kornelius versucht Berlin gegenzusteuern. Dazu zählen unter anderem Kaufanreize für Elektrofahrzeuge, steuerliche Vorteile für elektrische Firmenwagen, Investitionen in den Ausbau der Ladeinfrastruktur. Ob das letztlich ausreicht um Werksschließungen abzuwenden ist fraglich.

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