Wachstum soll künftig stärker außerhalb Deutschlands generiert werden. Die im schwäbischen Oettingen ansässige Brauerei verfolgt das Ziel, ihren Absatz im Ausland deutlich auszubauen. Das Unternehmen betont jedoch, dass es sich dabei nicht um eine kurzfristige Reaktion handelt, sondern um einen bereits länger geplanten Kurs.

Der Hintergrund ist eindeutig: Der Bierkonsum in Deutschland ist rückläufig. Um diese Entwicklung auszugleichen, setzt Oettinger verstärkt auf internationale Märkte und baut bestehende Aktivitäten kontinuierlich aus.

Parallel dazu prüfen die Gesellschafter „rechtlich zulässige Strukturen“, um das internationale Geschäft organisatorisch neu aufzustellen.

Arbeitsplätze sollen in Deutschland bleiben

Trotz der stärkeren Ausrichtung auf Auslandsmärkte stellt das Unternehmen klar, dass damit keine Verlagerung von Arbeitsplätzen oder Wertschöpfung verbunden sei. Der Firmensitz bleibe in Deutschland, ebenso die Verwurzelung als Familienunternehmen.

Allerdings zeigt ein Blick in die jüngere Vergangenheit, dass strukturelle Anpassungen bereits stattfanden: Im vergangenen Jahr wurde die Produktion am Standort Braunschweig eingestellt, wodurch über 120 Beschäftigte ihren Arbeitsplatz verloren.

Neue Wachstumsmärkte im Fokus

Die internationalen Ambitionen sind konkret formuliert: Bis 2026 soll rund die Hälfte des Umsatzes außerhalb Deutschlands erzielt werden.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf dem chinesischen Markt. Dort sieht das Unternehmen erhebliches Potenzial. Nach Einschätzung des früheren Geschäftsführers Stefan Blaschak könnte der Absatz dort auf bis zu eine Million Hektoliter pro Jahr steigen – etwa das Vierfache des bisherigen Volumens.

Auch andere Optionen wurden intern geprüft. So gab es Medienberichten zufolge, Überlegungen, ein speziell für den chinesischen Markt entwickeltes Pils in Russland produzieren zu lassen.