Während die Unternehmensführung den Stellenabbau als notwendige Maßnahme zur langfristigen Sicherung des Unternehmens verteidigt, werfen Arbeitnehmervertreter Bosch vor, sich immer weiter von seinen ursprünglichen Werten zu entfernen.
Bosch-Aufsichtsratschef Stefan Asenkerschbaumer setzt dem jedoch entgegen. Im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ), erklärte er, dass der Konzern trotz der drastischen Einschnitte sein Wertegerüst nicht aufgegeben habe.
Mit Verweis auf Unternehmensgründer Robert Bosch erklärte Asenkerschbaumer, dass für Bosch stets der langfristige Erhalt des Unternehmens oberste Priorität gehabt habe.
„Denn das Überleben des Unternehmens sichert alles andere“, sagte der Aufsichtsratschef mit Blick auf die aktuelle Lage. Gerade in Krisenzeiten müsse ein Unternehmen konsequent handeln, auch wenn dies schmerzhafte Entscheidungen bedeute.
Über sämtliche Unternehmensbereiche hinweg plant Bosch derzeit einen massiven Stellenabbau in Deutschland. Insgesamt sind 28.000 Arbeitnehmer betroffen.
Industriekrise trifft Kernbereiche des Konzerns
Der weltweit größte Automobilzulieferer kämpft derzeit mit mehreren Belastungen gleichzeitig. Neben der schwachen Industriekonjunktur setzen auch hohe Kosten, schleppende Nachfrage und die schwierige Lage der europäischen Automobilindustrie dem Unternehmen zu.
Vor allem der Wandel vom Verbrennermotor hin zur Elektromobilität verändert Produktionsketten, Entwicklungsbereiche und Beschäftigungsprofile massiv.
Bosch hatte in den vergangenen Jahren Milliarden in Elektromobilität, Software und autonomes Fahren investiert. Rückblickend bewertet die Konzernführung diese Investitionen nicht als Fehler. „Nichts zu tun und abzuwarten, wäre ebenfalls falsch“ gewesen, erklärte Asenkerschbaumer mit Blick auf den Strukturwandel in der europäischen Automobilindustrie.
Gewerkschaft greift Bosch scharf an
Innerhalb der Arbeitnehmervertretungen sorgt der Sparkurs jedoch für heftige Kritik. Die Vorsitzende der IG Metall, Christiane Benner, hatte der Konzernführung bereits im vergangenen Jahr einen schweren Vorwurf gemacht. „Robert Bosch würde im Grab rotieren“, erklärte Benner damals.
Besonders scharf fiel ihre Kritik am Umgang mit den Beschäftigten aus. Die Unternehmensführung trete „die Werte mit Füßen, die Bosch erfolgreich gemacht haben: Zuverlässigkeit, Verantwortung und ein faires Miteinander“.

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