Für die türkische Regierung ist der Rückzug von BYD eine schlechte Nachricht. Um die Ansiedlung des Autobauers zu ermöglichen, hatte Ankara dem Unternehmen umfangreiche Vorteile eingeräumt. Dazu gehörten unter anderem erleichterte Importbedingungen und wirtschaftliche Anreize, die an die Zusage einer lokalen Produktion gekoppelt waren.
Die Erwartungen waren entsprechend hoch. Das Werk sollte die Türkei als wichtigen Produktionsstandort für Elektrofahrzeuge etablieren.
Ungarn wird zum neuen Zentrum der Europa-Offensive
Während das Projekt in der Türkei ins Stocken gerät, beschleunigt BYD seine Aktivitäten innerhalb der Europäischen Union. Im Mittelpunkt steht dabei das Werk im ungarischen Szeged. Dort sollen künftig Fahrzeuge direkt für den europäischen Markt produziert werden.
Nach Angaben des Unternehmens laufen die Vorbereitungen inzwischen auf Hochtouren. Die Produktionsanlagen werden derzeit installiert, während bereits erste Testläufe durchgeführt wurden.
Noch im Laufe dieses Jahres soll vor Ort die Fertigung des kompakten Elektroautos Dolphin Surf anlaufen.
BYD baut seine Präsenz in Europa konsequent aus
Seit Jahren investiert BYD massiv in europäische Produktionskapazitäten. Schon seit 2017 produziert das Unternehmen Elektrobusse für europäische Kunden in Ungarn. Hinzu kommen Batterie- und Komponentenwerke an weiteren Standorten des Landes.
Die lokale Produktion innerhalb der Europäischen Union gewinnt für chinesische Hersteller zunehmend an Bedeutung, da politische Spannungen und Diskussionen über Importzölle zunehmen.

Kommentare
Lädt Kommentare...