Die Bedeutung Chinas für die steirische Wirtschaft ist in den letzten Jahren stark angewachsen. Heute gilt das Land als drittwichtigster Handelspartner der Region. Rund 60 steirische Unternehmen sind bereits vor Ort aktiv.
Ein prominentes Beispiel ist AT&S, das mittlerweile seit 25 Jahren in Shanghai produziert. Die dort gefertigten Leiterplatten finden sich in Computerchips, die weltweit in Smartphones verbaut werden.
Für Branchenvertreter wie Simon Sebanz ist die Präsenz in China kein optionaler Schritt, sondern eine Notwendigkeit. Im Gespräch mit dem ORF erklärte er: „China ist das Land, in dem am meisten Leiterplatten hergestellt werden, mittlerweile über 50 Prozent. Deswegen war es entscheidend, dass AT&S vor vielen Jahren auf diesen Zug aufgesprungen ist und es ist noch immer einer der Erfolgsfaktoren.“
Auch die Fahrzeugbranche nutzt die Möglichkeiten vor Ort. Der Zulieferer Magna produziert gemeinsam mit einem chinesischen Partner in der Provinz Jiangsu Fahrzeuge für den Hersteller Arcfox.
In diesem Jahr sollen rund 100.000 Elektroautos dieser Marke in China verkauft werden – ein klares Signal für die wachsende Bedeutung des Marktes, insbesondere im Bereich der Elektromobilität.
Mittelstand entdeckt Umwelttechnik als Türöffner
Neben den großen Namen drängen zunehmend auch kleinere Unternehmen nach China. Besonders im Bereich der Umwelttechnologie ergeben sich neue Geschäftsfelder.
Das Unternehmen Sowatec aus Schäffern setzt beispielsweise auf ein innovatives Verfahren zur Bodensanierung. Dabei werden verunreinigte Böden mithilfe von Bakterien gereinigt.
Firmenchef Karl Putz konnte bereits früh erste Projekte in China umsetzen. „In China haben wir bereits 2013/2014 zwei wichtige Referenzprojekte im Norden machen können. Seit einigen Tagen haben wir eine Generalzulassung für Gesamt-China“, erklärt er dem ORF.
Handelsverschiebungen verändern die Spielregeln
Doch die stärkere Zusammenarbeit mit China hat auch eine zweite Seite. Die wirtschaftlichen Verflechtungen nehmen spürbar zu – und verändern die Handelsbilanz.
Im Jahr 2025 verzeichnete Österreich ein Handelsdefizit von 6,6 Milliarden Euro. Hintergrund sind vor allem deutlich gestiegene Importe aus China sowie ein starker Rückgang der Exporte in die USA. Die Einfuhren aus China legten von 2024 auf 2025 um rund 14 Prozent zu. Gleichzeitig brachen die Exporte in die USA um gut 20 Prozent ein. Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer warnte in diesem Zusammenhang davor, dass Europa zunehmend zu einem „Ausweichmarkt für Dumpingimporte aus China“ werden könnte.

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