Vor gerade einmal fünf Jahren wurde Anthropic gegründet. Heute zählt das Unternehmen zu den wertvollsten privaten Technologiefirmen der Welt.

Die jüngste Finanzierungsrunde katapultierte die Bewertung auf rund 965 Milliarden US-Dollar. Noch im Februar lag dieser Wert bei etwa 380 Milliarden Dollar. Innerhalb weniger Monate hat sich der Unternehmenswert damit nahezu verdreifacht.

Zum Vergleich: OpenAI, das mit ChatGPT den weltweiten KI-Hype ausgelöst hatte, wird aktuell mit rund 852 Milliarden Dollar bewertet. Während ChatGPT dennoch weiterhin die bekannteste KI-Anwendung für Endverbraucher bleibt, gewinnt Anthropic insbesondere im Unternehmensumfeld immer stärker an Bedeutung.

Claude erobert die Chefetagen

Anders als viele Konkurrenten konzentrierte sich Anthropic von Beginn an auf professionelle Anwendungen für Unternehmen.

Diese Strategie scheint aufzugehen. Immer mehr Konzerne integrieren Claude in interne Arbeitsprozesse, Softwareentwicklung, Datenanalyse und Wissensmanagement. Vor allem das Entwicklerwerkzeug Claude Code hat sich in vielen Unternehmen als Alternative zu bestehenden KI-Lösungen etabliert.

Die Dynamik zeigt sich auch bei den Geschäftszahlen. Noch vor wenigen Jahren spielte Anthropic wirtschaftlich kaum eine Rolle. Inzwischen erreichte das Unternehmen zuletzt eine annualisierte Umsatzrate von rund 47 Milliarden US-Dollar.

Die größten Tech-Konzerne setzen auf Anthropic

Hinter dem rasanten Aufstieg stehen einige der finanzstärksten Unternehmen der Welt. Amazon gilt inzwischen als wichtigster strategischer Partner. Der Konzern kündigte bereits an, bis zu 25 Milliarden US-Dollar in Anthropic investieren zu wollen. Gleichzeitig verpflichtet sich das KI-Unternehmen, langfristig Cloud-Infrastruktur von Amazon im Umfang von mehr als 100 Milliarden Dollar zu nutzen.

Anthropic drängt vor OpenAI an die Börse

Der Zeitpunkt des Börsengangs kommt nicht zufällig. Gleichzeitig bereiten sich mehrere Schwergewichte auf den Gang an die Börse vor.

So plant SpaceX für den 12. Juni einen historischen Börsengang mit einem angestrebten Emissionsvolumen von rund 80 Milliarden Dollar. Auch OpenAI prüft Medienberichten zufolge einen Börsengang, sieht aktuell jedoch keinen unmittelbaren Handlungsbedarf.

KI-Euphorie erfasst auch den Kryptomarkt

Die Nachricht über den geplanten Börsengang sorgte nicht nur an den Aktienmärkten für Aufmerksamkeit. Gemeinsam mit den jüngsten Rekordzahlen von NVIDIA löste die Entwicklung auch im Bereich der KI-bezogenen Kryptowährungen eine spürbare Kursrally aus.