Derzeit gilt das europäische Emissionshandelssystem (ETS) für Flüge innerhalb Europas. Fluggesellschaften müssen für ihre CO₂-Emissionen Zertifikate erwerben, deren Anzahl schrittweise reduziert wird, um den Treibhausgasausstoß langfristig zu senken. Hintergrund sind die Klimaziele auf EU-Ebene.
Nun denkt die Europäische Kommission darüber nach, das System deutlich auszuweiten. Im Rahmen einer für Juli angekündigten Überprüfung wird geprüft, ob künftig auch Langstreckenflüge, die von Flughäfen innerhalb der Europäischen Union starten, in das System einbezogen werden sollen.
Europas Airline-Chefs schlagen Alarm
Gegen diese Überlegungen regt sich jedoch erheblicher Widerstand aus der Luftfahrtbranche. In einem gemeinsamen Schreiben an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sprechen sich mehrere der größten europäischen Fluggesellschaften gegen eine Ausweitung des Systems aus.
Zu den Unterzeichnern zählen unter anderem die Konzernchefs von Lufthansa, Ryanair, Air France-KLM sowie der Muttergesellschaft von British Airways, IAG.
Nach Ansicht der Unternehmen würden zusätzliche CO₂-Kosten zwangsläufig an Kunden und Unternehmen weitergegeben werden müssen.
Zusätzliche Zertifikatskosten würden die Betriebsausgaben vieler Fluggesellschaften erheblich erhöhen. Da Treibstoff, Personal und Infrastruktur bereits einen großen Teil der Kosten ausmachen, sehen viele Unternehmen nur begrenzte Möglichkeiten, weitere Belastungen intern aufzufangen.
Milliardenkosten für die Branche
Es gilt festzuhalten: die finanziellen Auswirkungen des bestehenden Systems sind bereits heute erheblich. Nach Angaben des Luftfahrtverbands Airlines for Europe (A4E) zahlten die europäischen Mitgliedsunternehmen – 17 Airline-Gruppen, die über 80 % des europäischen Flugverkehrs ausmachen – allein im Jahr 2024 rund 2,3 Milliarden Euro für Emissionszertifikate.
Sollten die aktuellen Entwicklungen anhalten, könnten diese Ausgaben bis zum Ende des Jahrzehnts auf rund fünf Milliarden Euro jährlich steigen.

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