Rund 6,8 Millionen Menschen in Deutschland gehen derzeit einer geringfügigen Beschäftigung nach. Nach Angaben der Minijob-Zentrale ist die Mehrheit von ihnen zwischen 25 und 64 Jahre alt. Genau für diese Gruppe könnten sich die Rahmenbedingungen grundlegend verändern.

Die Rentenkommission schlägt vor, die bisherige Sonderstellung von Minijobs weitgehend zu beenden. Künftig sollen nur noch Schüler von Sozialabgaben befreit bleiben. Für alle anderen Beschäftigten würden Beiträge zur Sozialversicherung anfallen.

Die Kommission begründet ihren Vorstoß unter anderem damit, dass Minijobs häufig zu Lücken in der Altersvorsorge führen.

Handelsverband warnt vor massiven Folgen

In der Wirtschaft stößt der Vorschlag jedoch auf scharfe Kritik. Vor allem der Einzelhandel sieht erhebliche Risiken.

Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland (HDE), warnte gegenüber Reuters vor gravierenden Folgen für den Arbeitsmarkt. „Das vernichtet Hunderttausende Jobs im Einzelhandel. Denn viele Minijobber können beispielsweise wegen fehlender Möglichkeiten zur Kinderbetreuung gar nicht Vollzeit arbeiten.“

Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten dürfe es nicht das Ziel sein, Arbeitnehmer und Unternehmen zusätzlich zu belasten, so Genth.

Nach Angaben des HDE arbeiten derzeit allein im deutschen Einzelhandel rund 800.000 Menschen auf Minijob-Basis. Für viele Betriebe seien diese Beschäftigungsverhältnisse ein wichtiger Bestandteil der Personalplanung.