Bei Porsche geht der Sparkurs in die nächste Runde – und diesmal trifft es die Belegschaft besonders hart. Bis zu 4.000 weitere Stellen könnten beim deutschen Sportwagenbauer wegfallen, wie das deutsche „Handelsblatt” berichtet. Damit legt der Konzern zu dem bereits angekündigten Abbau noch einmal kräftig nach.

Besonders betroffen sind dem Bericht zufolge Mitarbeiter in Management und Verwaltung. Am Entwicklungsstandort Weissach sollen rund 30 Prozent der Kapazitäten auf den Prüfstand. Ein Porsche-Sprecher wollte die kolportierte Zahl auf dpa-Anfrage nicht bestätigen.

Er verwies aber auf ein umfassendes „Zukunftspaket”, das derzeit in Arbeit sei, um den Konzern zu verschlanken. Vorgestellt werden soll es bis Ende Juli. Aktuell verhandeln Management und Arbeitnehmervertreter über ein weiteres Sparpaket.

Der dritte Schlag in Serie

Neu ist der Abbau nicht: Porsche-Chef Michael Leiters hatte bereits im März einen umfassenden weiteren Stellenabbau angekündigt – zusätzlich zu einem ersten Paket. Bis 2029 sollen in der Region Stuttgart rund 1.900 Stellen sozialverträglich wegfallen. Die Verträge von etwa 2.000 befristeten Angestellten sind bereits ausgelaufen. Und im Mai kündigte Porsche an, drei Tochterfirmen zu schließen – das betrifft weitere 500 Beschäftigte.

Fast 50.000 Auto-Jobs weg – in einem einzigen Jahr

Porsche ist kein Einzelfall. Die gesamte deutsche Autoindustrie steckt tief in der Krise. Laut einer Analyse der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY gingen allein im vergangenen Jahr rund 50.000 Jobs in der Branche verloren – seit dem Vor-Corona-Jahr 2019 summiert sich der Aderlass sogar auf rund 111.000 Stellen, ein Minus von 13 Prozent.

Der Betriebsrat des weltweit größten Autozulieferers Bosch forderte angesichts der Lage einen runden Tisch von Arbeitgebern, Gewerkschaften und Politik. „Wir können nicht so weitermachen wie bisher”, sagte der Gesamtbetriebsratsvorsitzende von Bosch Mobility, Frank Sell, dem „Spiegel”. Nötig sei „eine Taskforce mit Vertretern der Arbeitgeber aus Automobil- und Zulieferindustrie, der Arbeitnehmer, Gewerkschaft und der Politik”. Diese solle erst auseinandergehen, „wenn sie Lösungen erarbeitet hat, die die Zukunft der Branche in Deutschland sichern”.