Für die Kärntner Wirtschaft bleibt das internationale Geschäft von zentraler Bedeutung. Ein erheblicher Teil der wirtschaftlichen Leistung des Bundeslandes wird nicht im Inland, sondern auf ausländischen Märkten erwirtschaftet. Gerade in einer Phase zunehmender Unsicherheit auf den Weltmärkten gewinnt die Diskussion über neue Absatzstrategien und stabile Handelsbeziehungen an Bedeutung.

Beim Exporttag der Wirtschaftskammer Kärnten trafen Unternehmer auf Wirtschaftsdelegierte aus zahlreichen Ländern und Regionen der Welt. Im Mittelpunkt standen die Herausforderungen, mit denen exportorientierte Betriebe aktuell konfrontiert sind, aber auch die Chancen, die sich durch neue Märkte eröffnen.

Wirtschaftskammerpräsident Jürgen Mandl unterstrich die enorme Bedeutung des Außenhandels für den Standort Kärnten. Rund 60 % der Wertschöpfung des Bundeslandes würden direkt oder indirekt durch Exportaktivitäten ermöglicht. Nahezu 90.000 Beschäftigte arbeiten bei Unternehmen, die als Zulieferer oder Produzenten stark vom internationalen Geschäft abhängig sind. Der Export sei damit einer der wichtigsten Wohlstandstreiber des Landes.

Lieferketten, Krisen und Zölle verändern die Spielregeln

Die Rahmenbedingungen für den Welthandel haben sich in den vergangenen Jahren spürbar verschlechtert. Internationale Konflikte, gestörte Transportwege, neue Handelshemmnisse und steigende Energiekosten erhöhen den Druck auf Unternehmen erheblich.

Vor diesem Hintergrund gewinnt die Frage nach stabilen und verlässlichen Absatzmärkten zunehmend an Bedeutung. Viele Unternehmen überprüfen derzeit ihre internationalen Strategien und suchen nach Möglichkeiten, Abhängigkeiten zu reduzieren.

Manfred Wilhelmer, Vorstandssprecher der Raiffeisenlandesbank Kärnten, betonte die Notwendigkeit, bestehende Lieferketten neu zu bewerten und gleichzeitig zusätzliche Märkte zu erschließen. Europa könne dabei künftig wieder stärker in den Mittelpunkt rücken.

Kärnten exportiert weniger als andere Bundesländer

Trotz seiner starken Exportorientierung spielt Kärnten im österreichweiten Vergleich bislang nur eine vergleichsweise kleine Rolle. Nach aktuellen WKO-Daten entfallen lediglich 4,9 % der österreichischen Warenexporte auf Kärntner Unternehmen.

Deutlich höhere Anteile erreichen andere Bundesländer. Oberösterreich führt das Ranking mit 25,2 % aller Exporte an. Dahinter folgen Wien mit 16,2 %, Niederösterreich mit 15 %, die Steiermark mit 14,8 % sowie Tirol mit 8,8 %. Salzburg und Vorarlberg kommen jeweils auf 6,9 %, während das Burgenland mit 1,4 % das Schlusslicht bildet.

Österreichs Exportwirtschaft wächst weiter

Die Entwicklung der vergangenen Jahre zeigt, dass immer mehr österreichische Unternehmen den Schritt auf internationale Märkte wagen. Laut Daten der WKO stieg die Zahl der Exporteure seit 2015 von rund 49.000 auf mittlerweile etwa 64.000 Unternehmen.