Der digitale Euro nimmt weiter Gestalt an. Seit Dienstag laufen die Trilog-Verhandlungen zwischen EU-Parlament, EU-Kommission und Mitgliedstaaten über die Einführung der digitalen Zentralbankwährung. Parallel dazu hat die Europäische Zentralbank (EZB) 36 Zahlungsdienstleister für ein Pilotprojekt ausgewählt. Mit der BAWAG und der Raiffeisen Bank International (RBI) beteiligen sich auch zwei österreichische Banken am Testlauf. Dieser soll in der zweiten Jahreshälfte 2027 beginnen und zunächst zwölf Monate dauern. Eine Einführung im gesamten Euroraum ist frühestens für 2029 vorgesehen.

Bemerkenswert: Selbst die RBI zeigt sich zurückhaltend. Man halte an der „grundsätzlich skeptischen Haltung“ fest, ob ein digitaler Euro aus Sicht der europäischen Souveränität tatsächlich notwendig sei, berichtete die Presse. Gleichzeitig wolle man seine Erfahrungen einbringen, um eine möglichst reibungslose Umsetzung sicherzustellen.

EZB-Chefin Christine Lagarde
EZB-Chefin Christine Lagarde

Die EZB betont, der digitale Euro solle Bargeld nicht ersetzen, sondern ergänzen. Gleichzeitig verspricht sie mehr Unabhängigkeit Europas von internationalen Zahlungsdienstleistern wie Visa, Mastercard oder PayPal.

Scharfe Kritik der Agenda Austria

Doch das Projekt stößt auch auf scharfe Kritik. Die Denkfabrik Agenda Austria warnt davor, dass beim digitalen Euro sämtliche Transaktionen über eine zentrale Infrastruktur der EZB abgewickelt würden. Während Bargeld anonym genutzt werden könne, berge eine solche Zentralisierung erhebliche Risiken.

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Aus Sicht der Agenda Austria geht es dabei weniger um die heutigen politischen Entscheidungsträger als um die Zukunft. Eine einmal geschaffene Infrastruktur könne auch von späteren Regierungen genutzt werden – etwa zur Nachverfolgung von Zahlungen oder im Extremfall sogar zum Sperren von Konten. Selbst wenn der digitale Euro ursprünglich mit guten Absichten eingeführt werde, müsse das System technisch so ausgestaltet sein, dass Missbrauch ausgeschlossen werde.

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