Die Pläne für den digitalen Euro nehmen weiter Gestalt an: Nachdem das Europäische Parlament seine Position beschlossen hat, laufen nun die Verhandlungen mit Rat und Kommission. Bereits in der zweiten Jahreshälfte 2027 soll ein einjähriger Praxistest mit 36 Zahlungsdienstleistern beginnen – darunter auch die österreichischen Banken BAWAG und Raiffeisen Bank International (RBI). Eine Einführung im gesamten Euroraum ist frühestens ab 2029 geplant.
Unterstützung des Handels an Bedingungen geknüpft
Bereits gestern berichtete exxpress über die scharfe Kritik der Agenda Austria. Die Denkfabrik warnt davor, dass die digitale Zentralbankwährung zu einem Instrument für mehr staatliche Kontrolle werden und die finanzielle Freiheit der Bürger schrittweise einschränken könnte.
Dennoch unterstützt der österreichische Handelsverband das Projekt grundsätzlich. Aus Sicht der Branche könnte der digitale Euro Europas Abhängigkeit von internationalen Zahlungsdienstleistern wie Visa oder Mastercard reduzieren und eine eigenständige europäische Zahlungsinfrastruktur stärken, meint Geschäftsführer Rainer Will. Diese Zustimmung ist jedoch an klare Voraussetzungen geknüpft.
Geringere Gebühren als bestehende Kartenzahlungen
Der Handel erwartet sich vor allem wirtschaftliche Vorteile. Der digitale Euro müsse für Konsumenten kostenlos und einfach nutzbar sein, gleichzeitig aber für Händler deutlich geringere Gebühren verursachen als bestehende Kartenzahlungen. Nur wenn Unternehmen tatsächlich Kosten sparen, entstehe ein Mehrwert gegenüber den heutigen Bezahlsystemen.
Entsprechend formuliert der Handelsverband klare Forderungen: dauerhaft niedrige Gebühren, eine unkomplizierte Einbindung in bestehende Kassen- und Zahlungssysteme sowie ausreichend lange Übergangsfristen. Eine verpflichtende Annahme lehnt die Branche ausdrücklich ab, solange keine wirtschaftlich attraktive Kostenstruktur garantiert ist.

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