Der österreichische Online-Handel setzt seinen Wachstumskurs fort. Das geht aus der mittlerweile 17. Ausgabe der bundesweiten E-Commerce-Studie des Handelsverbands hervor, die gemeinsam mit der KMU Forschung Austria erstellt wurde.

E-Commerce erreicht neues Rekordniveau

Demnach werden die Konsumenten im Jahr 2026 voraussichtlich rund 12,3 Milliarden Euro im Internet ausgeben. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Zuwachs von drei Prozent.

Die Dynamik fällt damit zwar geringer aus als in den Boomjahren des Online-Handels, dennoch erreicht der Markt einen neuen Höchststand. Nach Einschätzung des Handelsverbands befindet sich der E-Commerce inzwischen in einer Reifephase. Neue Wachstumsimpulse entstehen weniger durch zusätzliche Käufer als vielmehr durch häufigere Bestellungen und höhere Warenkörbe der bereits aktiven Online-Kunden.

Auch die durchschnittlichen Pro-Kopf-Ausgaben steigen weiter. Im laufenden Jahr werden sie voraussichtlich bei rund 2.120 Euro liegen.

Smartphone entwickelt sich zum wichtigsten Einkaufskanal

Besonders dynamisch wächst der mobile Online-Handel. Die Ausgaben über Smartphones und Tablets erhöhen sich innerhalb eines Jahres von 4,1 auf 5,4 Milliarden Euro. Das entspricht einem Wachstum von 32 Prozent.

Damit würden 44 Prozent aller Online-Einkäufe über mobile Endgeräte abgewickelt werden. Seit 2023 hat sich dieser Anteil nahezu verdoppelt.

Kleidung bleibt Spitzenreiter

Bei den Produktgruppen bleibt Mode unangefochten auf Platz eins. Für Bekleidung und Textilien geben die österreichischen Verbraucher jährlich rund 2,4 Milliarden Euro im Internet aus. Dahinter folgen Elektro- und Elektronikartikel mit etwa 1,5 Milliarden Euro sowie Möbel und Einrichtungsgegenstände mit rund einer Milliarde Euro.

Auch Kosmetik, Pflegeprodukte, Schuhe und Taschen gehören weiterhin zu den umsatzstärksten Kategorien.

Milliarden fließen zu chinesischen Plattformen

Nach Angaben der Studie fließen inzwischen rund 1,3 Milliarden Euro an chinesische Online-Plattformen. Damit wandert ein erheblicher Teil der österreichischen Kaufkraft ins Ausland.

Für den heimischen Handel stellt diese Entwicklung eine wachsende Herausforderung dar. Während internationale Plattformen mit aggressiven Preisen, hoher Produktvielfalt und schnellen Lieferketten Marktanteile gewinnen, stehen viele österreichische Händler unter zunehmendem Wettbewerbsdruck.

Der Handelsverband verweist deshalb auf die Bedeutung fairer Wettbewerbsbedingungen, damit ein möglichst großer Teil der Online-Umsätze auch künftig der heimischen Wirtschaft zugutekommt.