Die wirtschaftlichen Probleme der deutschen Automobilbranche nehmen immer erschreckendere Ausmaße an. Nachdem in den vergangenen Monaten zahlreiche Hersteller und Zulieferer Sparprogramme, Stellenabbau und tiefgreifende Umstrukturierungen angekündigt haben, fordert Bosch nun ein koordiniertes Eingreifen von Politik und Industrie.

Frank Sell, Gesamtbetriebsratsvorsitzender von Bosch Mobility, spricht sich für die Einrichtung einer gemeinsamen Taskforce aus. Vertreter von Bundesregierung, Automobilherstellern, Zulieferern, Gewerkschaften und Arbeitnehmern müssten sich an einen Tisch setzen und so lange verhandeln, bis konkrete Lösungen für den Industriestandort Deutschland gefunden seien. Ein „Weiter so“ könne es angesichts der aktuellen Entwicklung nicht mehr geben.

Gefordert wird vom Gesamtbetriebsrat eine abgestimmte Strategie, um Arbeitsplätze, Wertschöpfung und die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland langfristig zu sichern.

Großprotest bei Mercedes – Sparprogramme sorgen für wachsenden Unmut

Besonders deutlich zeigte sich die angespannte Stimmung der Branche zuletzt bei Mercedes-Benz. Erst am vergangenen Freitag demonstrierten bundesweit mehr als 33.000 Beschäftigte gegen den geplanten Sparkurs des Unternehmens. Die Proteste richteten sich unter anderem gegen längere Arbeitszeiten ohne zusätzlichen Lohnausgleich sowie gegen weitere Einschnitte bei tariflichen Leistungen.

Nach Angaben der IG Metall sollen die Demonstrationen erst der Anfang sein. Bereits am 9. Juli ist in Stuttgart ein großer Autokorso von Beschäftigten der Automobilindustrie geplant.

Ganze Industrie Sorge um den Industriestandort Deutschland wächst

Mit der Forderung nach einer gemeinsamen Krisenrunde macht Bosch deutlich, dass die Probleme inzwischen längst nicht mehr einzelne Unternehmen betreffen. Vielmehr steht die gesamte deutsche Automobilindustrie vor einer großen Herausforderung. Um genauer zu sein vor einer der größten Herausforderungen ihrer Geschichte.