Die autonomen Fahrzeuge transportieren seit Anfang April Fahrgäste durch die Stadt – unterstützt von Künstlicher Intelligenz, Kameras, Radar- und Lasertechnik. Während selbstfahrende Taxis in China oder den USA längst Realität sind, beginnt Europa nun ebenfalls ernsthaft in das Rennen um autonome Mobilität einzusteigen.
Europas erster Robotaxi-Dienst im Alltagseinsatz
Eine Robotaxi-Flotte rollt seit Anfang April durch Zagreb. Hinter dem Projekt steht das kroatische Unternehmen Verne, unterstützt von Uber und der chinesischen KI-Firma Pony.ai. Noch sind lediglich zehn Fahrzeuge unterwegs. Laut Verne handelt es sich dabei um Europas ersten kommerziellen Robotaxi-Betrieb.
Derzeit nutzen rund 300 ausgewählte Personen den Dienst aktiv. Gleichzeitig wächst die Warteliste rasant: Bereits rund 4.000 Interessenten sollen sich registriert haben.
Die Fahrzeuge verkehren aktuell im Stadtzentrum Zagrebs, in südlichen Bezirken sowie auf Strecken rund um den Flughafen.
Noch sitzt ein Sicherheitsfahrer im Fahrzeug
Vollständig fahrerlos ist das System derzeit allerdings noch nicht. Während der laufenden Einführungsphase sitzt weiterhin ein sogenannter Sicherheitsoperator hinter dem Steuer.
Dieser greift jedoch laut Unternehmen nur im Notfall ein. Während einer Testfahrt mit Journalisten musste der Operator nicht aktiv eingreifen. Lediglich ein plötzlich ausschwenkendes Fahrzeug im Gegenverkehr führte zu einer abrupten Bremsung des autonomen Autos.
Eine ruhige Computerstimme kommentierte den Vorfall nüchtern: „Entschuldigung, wir mussten bremsen.“
KI steuert Kameras, Radar und Laserscanner
Die Fahrzeuge navigieren mithilfe zahlreicher Sensoren durch den Verkehr. Eingesetzt werden unter anderem Kamerasysteme, Radar-Technologie sowie sogenannte Lidar-Laserscanner, die die Umgebung permanent dreidimensional erfassen. Bestellt werden die Fahrten wie bei klassischen Fahrdiensten über eine eigene Smartphone-App.
Besonders auffällig: Der Preis liegt aktuell bei lediglich 1,99 Euro pro Fahrt. Das Unternehmen erklärt die niedrigen Tarife mit dem Wunsch, möglichst viele Nutzer anzulocken und gleichzeitig Daten sowie Feedback zu sammeln. Mit wachsender Verbreitung dürften die Preise jedoch steigen.
Expansion in weitere europäische Städte geplant
Verne wurde 2019 gegründet und verfolgt deutlich größere Ziele als nur Zagreb. Nach Angaben des Unternehmens laufen bereits Gespräche mit insgesamt elf Städten innerhalb der Europäischen Union, Großbritanniens und des Nahen Ostens.

Kommentare
Lädt Kommentare...