Derzeit investiert Österreich netto nur rund zwei Prozent seiner Wirtschaftsleistung. „Bei der Nettoinvestitionsquote läge Österreichs Bedarf bei 3 bis 4 Prozent und damit deutlich über dem aktuellen Niveau von 2 Prozent”, betonte McKinsey-Beraterin Anna Kortis in einem APA-Gespräch.

Skandinavien macht es vor

Als Vorbilder gelten Dänemark und Schweden. Während Dänemark zuletzt auf eine Nettoinvestitionsquote von 4,7 Prozent kam, investierte Schweden sogar sechs Prozent seiner Wirtschaftsleistung. Deutschland hingegen liegt laut McKinsey derzeit bei null Prozent. Besonders paradox: Europa verfügt mit rund 35 Billionen Euro über die höchsten Ersparnisse weltweit – investiert dieses Kapital aber deutlich zu wenig in Unternehmen und Zukunftsprojekte.

„Zweiter China-Schock“ erzeugt Druck

Vor allem die heimische Industrie gerät zunehmend unter Druck. Laut McKinsey trifft der Vormarsch chinesischer Maschinenbauer Österreich besonders hart. Ähnlich wie Deutschland habe Österreich lange von einer starken Industrie profitiert, werde nun aber vom sogenannten „zweiten China-Schock“ erfasst. Hinzu kommt ein massiver Kostennachteil: In vielen Industriebereichen produzieren europäische Unternehmen um rund 50 Prozent teurer als ihre chinesischen Konkurrenten. Bei der Entwicklung von Fahrzeugen oder Medikamenten sei der Abstand sogar drei- bis fünfmal so hoch.

KI und Robotik als Schlüssel

Neben höheren Investitionen sieht McKinsey vor allem Künstliche Intelligenz und Robotik als entscheidende Zukunftstechnologien. Länder wie die USA oder Skandinavien würden deutlich schneller auf diese Entwicklungen reagieren. Die Warnung der Experten ist klar: Wer heute nicht investiert, riskiert, dass Produktion, Innovation und Arbeitsplätze künftig in andere Länder abwandern.