Österreichs Betriebe suchen händeringend nach qualifizierten Mitarbeitern. Ob in der IT, der Technik, den Naturwissenschaften oder im Gesundheitsbereich – offene Stellen bleiben vielerorts unbesetzt. Um dem entgegenzuwirken, setzt die Republik seit Jahren auf gezielte Zuwanderung von Fachkräften. Nun rückt ein neuer Markt in den Fokus, wie der Kurier berichtet: Mexiko.
Warum gerade Mexiko?
Die Entscheidung kommt nicht zufällig. Mit mehr als 130 Millionen Einwohnern, einer jungen Bevölkerung und einer starken technischen Ausbildung bietet Mexiko genau jene Voraussetzungen, nach denen österreichische Unternehmen suchen. Jährlich verlassen zehntausende Ingenieure und Fachkräfte die Hochschulen des Landes.
Besonders attraktiv ist die hohe Zahl an Absolventen in den Bereichen MINT, Medizintechnik und Life Sciences. Zudem gilt Mexiko als wichtiger Standort für internationale Hightech- und Produktionsunternehmen. Genau dort sieht Österreich Potenzial für die Anwerbung qualifizierter Arbeitskräfte.
Offensive für den Arbeitsmarkt
Bereits seit mehreren Monaten werben die Austrian Business Agency (ABA), das Wirtschaftsministerium und die Wirtschaftskammer aktiv für den Standort Österreich. Ziel ist es nicht nur, Fachkräfte für einzelne Projekte zu gewinnen, sondern sie dauerhaft nach Österreich zu holen.
Im Mittelpunkt stehen dabei Personen zwischen 25 und 40 Jahren, die bereits Berufserfahrung mitbringen oder über einen Universitätsabschluss verfügen. Anders als bei manchen Modellen der Fernarbeit sollen die Fachkräfte ihren Lebensmittelpunkt tatsächlich nach Österreich verlagern.
Österreich wirbt mit Lebensqualität
Im internationalen Wettbewerb um Talente setzt Österreich vor allem auf seine hohe Lebensqualität. Neben einem stabilen Sozialsystem werden die vergleichsweise kurzen Arbeitszeiten und großzügigen Urlaubsansprüche als Vorteile hervorgehoben.
Ein weiterer Pluspunkt: Familienangehörige erhalten über die Rot-Weiß-Rot-Karte Plus bereits ab dem ersten Tag Zugang zum österreichischen Arbeitsmarkt. Dadurch soll der Schritt ins Ausland auch für ganze Familien attraktiver werden.
Erfolg nicht garantiert
Trotz aller Bemühungen warnen Experten davor, die Erwartungen zu hoch anzusetzen. Österreich konkurriert mit zahlreichen anderen Ländern um dieselben Fachkräfte. Gerade englischsprachige Staaten gelten für viele internationale Talente weiterhin als besonders attraktiv.
Wirtschaftsforscher betonen zudem, dass nicht nur die Anwerbung entscheidend ist. Ebenso wichtig sei es, qualifizierte Zuwanderer langfristig im Land zu halten. Gerade hier habe Österreich in der Vergangenheit noch Verbesserungspotenzial gezeigt. Fest steht: Ohne gezielte Zuwanderung wird es zunehmend schwieriger, den Bedarf an Fachkräften zu decken. Die alternde Bevölkerung und der steigende Personalbedarf in vielen Branchen erhöhen den Druck zusätzlich.
Ob Mexiko tatsächlich zu einem wichtigen Reservoir für Österreichs Arbeitsmarkt wird, dürfte sich erst in den kommenden Jahren zeigen. Die ersten Schritte sind jedenfalls gesetzt – und die Hoffnung ist groß, dass künftig mehr mexikanische Spezialisten ihre berufliche Zukunft in Österreich sehen.

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