Zwischen Karlskirche und Technischer Universität Wien herrscht reges Treiben. Zahlreiche Besucher drängen sich um eine futuristische Gestalt, die sich über die Menge erhebt: WORKMATE, der humanoide Roboter des Linzer Start-ups Iono Robotics. Besonders die jüngsten Gäste zeigen sich begeistert. „Wir wollen die Drohne sehen!“, rufen mehrere Kinder lautstark. Ihr Wunsch wird erfüllt: Plötzlich hebt eine kleine Drohne aus dem Kopf des Roboters ab, kreist über die Zuschauer und landet schließlich wieder sicher in der Hand seines Entwicklers Ümit Bas. Das Staunen in der Menge ist groß, wie die Krone berichtet.
Wien als Zentrum der internationalen Robotik
Das Festival ist jedoch nur der Auftakt zu einer außergewöhnlichen Robotik-Woche. Parallel dazu findet auf dem Wiener Messegelände die renommierte ICRA statt – die „International Conference on Robotics and Automation“. Die von der internationalen Ingenieursvereinigung IEEE veranstaltete Konferenz bringt tausende Experten aus aller Welt nach Österreich. Für einige Tage wird Wien damit zum globalen Zentrum der Robotikforschung und Entwicklung.
Humanoide Maschinen erleben einen Boom
WORKMATE steht exemplarisch für einen Trend, der derzeit die gesamte Branche erfasst. Dank enormer Fortschritte bei Künstlicher Intelligenz erleben humanoide Roboter einen regelrechten Aufschwung. Während klassische Industrieroboter meist hinter Werkshallenmauern arbeiten, wirken menschenähnliche Maschinen deutlich greifbarer. Ein Roboterarm, der Autoteile montiert, bleibt für viele abstrakt. Ein Android mit Armen, Beinen und eigener Drohne hingegen fasziniert Menschen jeden Alters.
Warum der Roboter Arbeitskleidung trägt
Auf den ersten Blick fällt auf, dass WORKMATE Kleidung trägt – ungewöhnlich für einen Roboter. Dahinter steckt jedoch ein praktischer Nutzen. Die spezielle Bekleidung schützt empfindliche Komponenten, integriert zusätzliche Sensoren und unterstützt die Kühlung besonders beanspruchter Bauteile. Zudem kann der Roboter Lasten von bis zu 30 Kilogramm bewegen. Auch die im Kopf verbaute Drohne verfolgt einen konkreten Zweck: Sie ermöglicht schnelle Inspektionen aus der Luft, ohne dass der Roboter selbst seinen Standort wechseln muss.
Zu Fuß oder auf dem Elektro-Skateboard
Flexibel zeigt sich WORKMATE auch bei der Fortbewegung. Der Roboter kann laufen, nutzt in Industrieumgebungen aber häufig eine Art Elektro-Skateboard, auf dem er deutlich effizienter unterwegs ist. Beim Festival rollt er auf dieser Plattform über den Karlsplatz. Aus Sicherheitsgründen sind die ausgestellten Großroboter allerdings zusätzlich gesichert oder auf speziellen Plattformen befestigt, um Stürze zu verhindern.
Europa will im Robo-Wettlauf aufholen
Unternehmen wie Iono Robotics oder Vindynamics versuchen, sich in einem Markt zu etablieren, der derzeit vor allem von Anbietern aus den USA und China geprägt wird. Der Wettbewerb um die nächste Generation intelligenter Roboter gilt als einer der spannendsten Technologiemärkte der kommenden Jahre. Die Hoffnung europäischer Entwickler: Mit innovativen Konzepten und spezialisierter Technik im internationalen Rennen eine wichtige Rolle zu spielen. Fest steht: Die Begeisterung der Besucher in Wien zeigt, dass die Zukunft der Robotik längst nicht mehr nur in Forschungslaboren stattfindet – sondern mitten in der Gesellschaft angekommen ist.

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