„Wutwirt“ Stefan Lercher betreibt seit zwölf Jahren eine Pizzeria am Kärntner Millstätter See. Seine Gerichte zergehen sanft auf der Zunge, der exxpress war vor kurzem bei einem Lokalaugenschein. Manche Aussagen des bekannten Gastronomen stellen allerdings härtere Kost dar: 2023 verlautbarte er, dass Veganer, Hippies, Ökos und Araber nicht mehr bedient werden würden. Später kam es zu einer Relativierung („Es gibt sicher auch freundliche Araber“). Die Empörung war jedenfalls groß, der Gastronom wurde vor die Gleichbehandlungskommission zitiert. Diese Aktionen brachten ihm seinen Spitznamen ein.
Salzburg ruft
Nach eigenen Angaben steht Lercher nun kurz vor dem Abschluss einer geplanten Expansion. Drei Standorte seien derzeit in der engeren Auswahl. „Ja, es stimmt. Ich will in die Stadt Salzburg“, bestätigte Lercher in der „Krone“. Spätestens in drei Wochen soll feststehen, welches Lokal er übernimmt. Zur Wahl stehen zwei Betriebe, deren Wirte aufhören, sowie ein leerstehendes Lokal, das er kaufen könnte.
Millstatt beschaulich, aber mit „fehlenden Perspektiven“
Als Grund für den Neustart nennt Lercher fehlende Perspektiven in Kärnten. Er kritisiert die touristische Entwicklung rund um den beschaulichen Millstätter See und spricht von einem Rückgang der Gäste. Für sein hochpreisiges Gastronomiekonzept sehe er dort kaum noch Zukunft. „Es gibt nur zwei Orte, wo ich in Österreich mein Luxus-Konzept umsetzen kann – Wien oder eben Salzburg“, sagt Lercher. Vor allem während der Festspielzeit hofft er in der Mozartstadt auf ein zahlungskräftiges Publikum.
Cordon bleu um 699 Euro
Der Gastronom ist für außergewöhnliche Aktionen bekannt. Heuer sorgte er mit einem Kobe-Cordon bleu um 699 Euro für Aufsehen. Bereits zuvor hatte er einen fast 300 Kilogramm schweren Thunfisch vor Publikum zerlegt und daraus exklusive Sushi- und Sashimi-Menüs serviert.
Millstätter Pizzeria bleibt geöffnet
Auch in Salzburg will Lercher nicht alleine durchstarten. Sein Sohn Unico, der auf Sushi spezialisiert ist, sowie Teile seines Kärntner Teams sollen mitübersiedeln. Das Lokal am Millstätter See will der „Wutwirt“ behalten – allerdings nur noch an zwei Tagen pro Woche öffnen.

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